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Full text : Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 1: Charakteristik und Entwicklung der Stadt, Ingenieurbauten

306

Brücken.

Abb.  299.  Querschnitt  der  Sophienbrücke.  1:  250.

Portlandzcment  im  Mischungsverhältnisse  1  :6  hergestellt,  besitzen  am  Scheitel  eine  Stärke  von
0'65  bis  0-75  m,  am  Kämpfer  von  110  bis  l’20m  und  haben  eine  Pfeilhöhe  von  4‘40  bis
4-50  m.  Die  Erprobung  erfolgte  durch  eine  gleichmäßige  Belastung  mit  2-41  pro  Quadratmeter. ­
  Die  Kosten  dieser  Einwölbungen  stellten  sich  einschließlich  der  Widerlager-  und  Sohlenherstellung ­
  im  Durchschnitte  auf
5000  K  für  einen  Meter  Brückenbreite. ­
  Die  Herstellung  erfolgte
gleichzeitig  mit  der  Regulierung
des  Wienflusses  in  den  Jahren
1897—1900.
Von  Hietzing  bis  Weidlingau
sind  alle  Überbrückungen  des
Wienflusses  in  Eisenkonstruktion
hergestellt,  wobei  mehrere  der
unterhalb  entbehrlich  gewordenen
Brücken  zur  Wiederverwendung
kamen.  Es  sind  dies  elf  Brücken
mit  Spannweiten  von  23  bis  29  m,
zumeist  als  Parallelgitterträger
konstruiert  und  für  eine  Belastung
mit  Motorwagen  der  elektrischen
Straßenbahnen  (12  t)  und  Menschengedränge ­
  (460  kg/m 2 )  berechnet. ­
  In  der  Strecke  Margaretengürtel—Harthausergasse ­
  sind
aus  lokalen  Gründen  nebst  den
Einwölbungsringen  zwei  dort  bestandene ­
  Eisenstege  (Kobingersteg
und  Storchensteg)  in
geänderter  Form  belassen ­
  worden.
Von  der  Johannesgasse ­
  (I.  Bezirk)  abwärts ­
  bis  zum  Donaukanale
  wird  der  Wienfluß ­
  noch  durch  sechs
Brücken  übersetzt.
Von  diesen  wurde  die
von  früher  her  bestehende ­
  Karolinenbrücke ­
  (Abb.  303)
—  welche  im  Jahre
1857  nach  dem  Neville-System
  erbaut
wurde,  eine  Spannweite ­
  von  37  m  und
eine  Breite  von  5'8  m
besitzt  —  nur  verstärkt ­
  und  gehoben.
Die  nächstfolgende ­
  Ungarbrücke
(siehe  Abb.  304)  ist
aus  Teilen  der  im
Jahre  1872  im  Zuge  der  Johannesgasse  nach  den  Plänen  von  Köstlin  und  Battig  erbauten  Tegetthoffbrücke
  hergestellt,  indem  von  den  neun  Bogenträgern,  aus  denen  die  Brücke  bestand,  sieben  wieder
verwendet  wurden.  Die  Brücke  dient  ebenso  wie  die  Karolinenbrücke  nur  für  den  Fußgeherverkehr.
Die  Spannweite  der  Bogenträger  beträgt  34  47  m,  die  Pfeilhöhe  1  '70  m,  die  derzeitige  Breite  10  m.  Die
aus  vier  Quadranteisen  bestehenden  Bogen  besitzen  drei  Gelenke,  von  denen  jedoch  die  Kämpfer-Abb.

  300.  Querschnitt  der  Kaiser  Josefs-Brücke.  1:  250.
            
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