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Full text: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 1: Charakteristik und Entwicklung der Stadt, Ingenieurbauten

Die Donauregulierung und Hafenbauten. 
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der Donaukanal dem Lokal- und Kleinhandel zugewiesen, der Freudenauer Hafen dient vor 
nehmlich als Schutz- und Winterhafen der Großschiffahrt, während endlich dem Kuchelauer 
Hafen die Aufgabe eines Vor- und Wartehafens sowie eines Umschlaghafens zugewiesen ist. 
Wird für die Zeit normaler Wasserstände in der Schiffahrtsperiode auch das Ableitungs 
gerinne in der alten Donau zwischen Floridsdorf und Stadlau sowie der Durchstich selbst für 
die Abwicklung des Handelsverkehres in Betracht gezogen, so ergeben sich nachstehende Daten: 
Bezeichnung 
Ländelänge in 
h Kilometern 
Kuchelauer Hafen 
Wiener Donaukanal 
Freudenauer Hafen 
Hafen in der alten Donau 
Erweiterung des Freudenauer Hafens . . . 
Hochwassergerinne in der alten Donau . . 
Wiener Durchstich abzüglich des durch 
Niederwasserwerke abgebauten Teiles . . 
35 
320 
6-2 
150 
2'5 
12-8 
150 
Wasserfläche 
in Hektaren 
Anmerkung 
13-3 
800 
43 5 
63-5 
16-0 
57'6 
In seiner dermaligen Anlage. 
240-0 
15.000 X 160. 
Gesamtsumme . . 87-0 513-9 
Die Niedrigwasserregulierung. 
Sind die Wiener Hafenanlagen schon sehr wesentliche Maßnahmen zur Verbesserung der 
Schiffahrtsverhältnisse, so waren damit doch noch nicht alle einschlägigen Aufgaben der Wasser 
bauverwaltung am Donaustrome erschöpft. Die Entwicklung der Schiffahrt, durch die Donau 
regulierung der letzten Jahr 
zehnte angebahnt, nahm näm 
lich infolge des Konkurrenz 
kampfes mit den Eisenbahnen 
einen Aufschwung, welcher sich 
gar bald durch die Stromver 
hältnisse beengt fühlte und nun 
seinerseits wieder zur weiteren 
Vervollkommnung des Strom 
bettes drängte. In diesem Kon 
kurrenzkämpfe entwickelte sich 
derSchiffbau undließTypen der 
Frachtendampfer und Schlepp 
schiffe entstehen, die eine 
größere Fahrwassertiefe bean 
spruchten und sohin eine Ver 
besserung der Fahrstraßen er 
heischen. 
Der in Bälde ZU °ewärti- 315 * in den Kuchelauer Hafen, 
gende Bau der Wasserstraßen 
stellt ebenfalls die dringende Anforderung, dem Strome selbst bei Niederwasserständen in der 
Schiffahrtsperiode dieselbe Tauchtiefe zu sichern, mit welcher der rationelle Schiffsverkehr auf 
den Wasserstraßen zu erfolgen haben wird. Es wird diesbezüglich eine Wassertiefe von 2'2 m 
gefordert, welche Tiefe der Strom bei Niederwasser an den Furten heute nicht überall aufweist. 
Man geht nun daran, die Donau in Niederösterreich und Oberösterreich an den erforder 
lichen Stellen auf Niedrigwasser zu regulieren, um dieses Ziel zu erreichen. Ungarn ist in 
dieser Richtung bereits an der Arbeit. Aber auch in Niederösterreich ist schon ein ganz 
bemerkenswerter Versuch in dieser Richtung gemacht worden, nämlich die Niedrigwasser 
regulierung des Wiener Durchstiches. 
Nach dem Gesetze der Geschiebebewegung in Flüssen serpentiniert der eigentliche 
Schiffahrtsweg, d. i. die Naufahrt oder der Stromstrich von einem Ufer zum anderen und liegt 
in Gerinnen, welche sich ganz selbständig, d. h. ohne Beeinflussung durch menschliche Werke, 
ausbilden konnten, in der Regel, ja man kann sagen fast ausnahmslos dem hohlen oder kon-
	        
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