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Wasserbauten.
dieselbe. Dazu kam noch eine beständige Verunreinigung des Wienflusses durch die vielen
Wäschereien, Färbereien, Gerbereien und anderen Industrien im unteren Teile des Flusses,
durch die Abwässer der Gasanstalt in Gaudenzdorf, durch die vielen unmittelbar in den Fluß
einmündenden Hauskanäle in den ehemaligen Vororten und endlich durch das Einwerfen von
Schutt und Abfällen. Es war eine allgemeine Klage, das Wasser des Wienflusses sei im unteren
Teile des letzteren nicht mehr Flußwasser, sondern eine von animalischen und vegetabilischen
Abfällen starrende Jauche. Diese Übelstände gaben daher schon früh Anlaß zu Entwürfen für
ihre Abstellung.
Der erste bekannte Regulierungsentwurf für den Wienfluß, der von dem Architekten und
Statuarius Wilhelm Bayer herrührt, stammt aus dem Jahre 1781. Nachdem der „Magistrats-Sanitatis“
Bock das Wohnen am Wienflusse als schädlich erklärt und den Ausdünstungen des
Wassers an den häufig auftretenden Fäulungsfiebern und epidemischen Krankheiten nicht geringen
Anteil zugeschrieben hatte, strebte Bayer die Verbesserung dieser Verhältnisse durch
die Erhaltung einer genügenden gleichmäßigen Wassermenge im Flusse an; zu diesem Zwecke
sollten vier Fischteiche im Kloster Mauerbach herangezogen werden, welche nach Bayers
Ansicht hätten hinreichen sollen, den Fluß mit Wasser zu versehen; um das Versickern des
Wassers im Flußbette zu verhindern, sollten die öden Gründe, welche infolge des Umhauens
der Auen entstanden waren, wieder angepflanzt, sollte die Sandgewinnung geregelt, die Schwellung
des Flusses durch die Fischer vermieden, auch sollten weiter flußaufwärts noch Sammelbecken
angelegt und alle Quellen und Gewässer zusammengezogen werden. Aber der Entwurf gelangte
ebensowenig zur Ausführung als
seine zahlreichen späteren Nachfolger.
Es ist hier nicht der Ort, diese vielfach
hochinteressanten Entwürfe einzeln vorzuführen
und zu kennzeichnen, und so
sei denn nur erwähnt, daß sie von verschiedenen
Gesichtspunkten ausgehen
und danach etwa in sechs Gruppen
sich gliedern lassen, von denen die erste
alle jene Pläne umfaßt, welche eine vollständige
Ableitung des Wienflusses entweder
gegen Hetzendorf in den Liesingbach
oder, gegen Simmering in den
Donaukanal, die Verschüttung oder Überwölbung
des alten Flußbettes und die
Benützung des dadurch gewonnenen
Raumes für Straßen und Lokalbahnen
in Aussicht nehmen; eine zweite Gruppe
von Vorschlägen betrifft die Einwölbung
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Abb. 333. Längenprofil der Wasserhaltungen am Wienflusse.
oder Überdeckung des Wienflusses
und die Benützung des so gewonnenen
oberen Raumes für
Bahnen, Straßen u. dgl. m., während
sich in eine weitere Gruppe
die Entwürfe für die Anlage von
Wientalbahnen an den Böschungen
und Ufern unter gleichzeitiger Regulierung
der letzteren vereinigen
lassen; zur vierten Gruppe können
jene Entwürfe gezählt werden,
welche die Ansammlung der Niederschläge
im Wienflußgebiete in großen Sammelbecken und die Zuleitung einer gleichmäßigen
Wassermenge zur Bewässerung des Flusses und als Nutzwasser in Vorschlag bringen, wobei
einige dieser Entwürfe auch die Benützung des Flußbettes für Lokalbahnen beabsichtigen; eine
fünfte Gruppe beschränkt sich auf die bloße Verbesserung der im Wienflusse herrschenden
Verhältnisse, während die Entwürfe der sechsten Gruppe die Einbeziehung des Wienflusses
in die Anlage von Schiffahrtskanälen in Aussicht nehmen. Ebensowenig wie in eine Beschreibung
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Abb. 334.
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Umlaufgraben.