Märkte und Schlachthäuser.
371
Detailmarkthalle im VI. Bezirke, Esterhazygasse 24. Die Reitschule auf der ehemaligen
fürstlich Esterhazyschen Realität wurde im Jahre 1878 mit einem Kostenaufwande von
103.996 K zu einer Markthalle adaptiert. Im Jahre 1891 wurde diese Halle durch Einbeziehung
des größten Teiles des Parterregeschosses des neuerbauten anstoßenden Gemeindehauses bedeutend
vergrößert.
Abb. 382. Ansicht der Fleischhalle am Hauptzollamtsbahnhof.
Die Detailmarkthalle im VII. Bezirke, Burggasse-Neustiftgassc wurde im Jahre 1880 mit
einem Kostenaufwande von 275.092 K erbaut. Die zum Baue erforderlichen Gründe wurden
um den Betrag von 205.122'58K erworben.
Die Detailmarkthalle im IX. Bezirke, Nußdorferstraße, erbaut im Jahre 1880 mit einem
Kostenaufwande von 177.476 K, hat ein Fünfeck zur Grundrißform, welches 1185‘57m' 2 umfaßt.
Sonstige Märkte.
Die Stadt Wien besitzt 7 Spezialmärkte,
9 Märkte für Großverkauf und 46
für Kleinverkauf. Unter den Spezialmärkten
nimmt der schon früher besprochene Zentralviehmarkt
den ersten Rang ein. Der
nächstgrößte Spezialmarkt ist der Pferdemarkt
im V. Bezirke, welcher sowohl hinsichtlich
seines Verkehres als auch seiner
Einrichtung zu den hervorragendsten Märkten
zählt. Er wurde im Jahre 1884 erbaut
und erstreckt sich über eine Grundfläche
von 36.637 m 2 , von welchen 8280-5 m 2
überbaut sind. Derselbe umfaßt nachfolgende
Objekte: Ein einstöckiges Administrationsgebäude
mit Kanzleien, Wohnungen
und einer Restauration, eine gedeckte
Halle zum Untersuchen der Pferde, zehn
Stallgebäude mit einer überbauten Fläche
von 2089 m 2 für 258 Nutzpferde, ein
Unterstandsobjekt für 224 Schlachtpferde
und eine Fahrbahn von elliptischer Form
mit 318 m Länge und 8 m Breite. Die Gesamtkosten für die Errichtung dieses Marktes beziffern
sich mit 528.589 K ohne Grunderwerbung.
Der Fischmarkt wurde auf dem schon früher als Fischmarkt verwendeten rechten
Donaukanalufer oberhalb der Stephaniebrücke nach erfolgter Regulierung des Donaukanales neu
24*
Abb. 383. Schnitt durch die Fleischhallc. 1:300.