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Full text: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 1: Charakteristik und Entwicklung der Stadt, Ingenieurbauten

Der XXI. Bezirk, Floridsdorf. 
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sich mit seinen nördlichen Teilen im Mittel 162 m, mit seinen südlichen Teilen durchschnitt 
lich 157 m über das Adriatische Meer. Unmittelbar unterhalb der Talpforte zwischen Leopolds- 
berg und Bisamberg gelegen, wurde diese Ebene oftmals von gewaltigen Hochwässern über 
schwemmt, die fortwährend die Umrisse des Donaustromes änderten und wiederholt auch 
ganze Ortschaften hinwegspülten. 1 ) Erst die Donauregulierung hat diese unsicheren, die Ent 
wicklung aller Ansiedlungen in diesen Gebieten wesentlich hemmenden Verhältnisse dauernd 
beseitigt. 
Der wichtigste Ort des neuen Bezirkes, die „Großgemeinde Floridsdorf“, wie er außer 
amtlich genannt wurde, entstand im Jahre 1894 durch die Zusammenlegung der beiden Indu 
strieorte Floridsdorf und Jedlesee mit der Arbeiterkolonie Donaufeld und einigen Teilen anderer 
Gemeinden. 
Die Entwicklung fast aller, den XXL Bezirk bildenden Orte greift bis tief ins Mittelalter 
zurück. Zuerst, als es noch keine Donaubrücken gab, verlieh der Besitz der Überfahrt über 
den Strom (eines „Urfahrs“) den Orten Jedlesee (urkundlich schon im Jahre 1014 genannt) 
und Stadlau eine gewisse Bedeutung. Als später die „Taborbrücke“ erbaut war und jahrhun 
dertelang die einzige Verbindung Wiens zum jenseitigen Donauufer bildete, entstanden, einen 
Kilometer nördlich dieser Brücke, „am Spitz“, wo die wichtigen Straßen aus Böhmen und 
Mähren Zusammentreffen und auch die vom ungarischen Osten durch das Marchfeld führende 
Straße mündet, kleine Ansiedlungen, aus denen das heutige Floridsdorf hervorging. Die eigent 
liche Gründung dieses Ortes fällt erst in das Jahr 1786, da der Grundherr — das Stift Kloster 
neuburg durch die Hand seines Frohstes Floridus Leeb — den wirtschaftlich begründeten 
■) So ist das Dorf Ringelsee, das in der Nähe des heutigen Floridsdorf lag, im 16. Jahrhundert spurlos verschwunden.
	        
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