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Full text: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 2: Hochbau und Architektur, Plastik und Kunstsammlungen

Synagogen, griechische und russische Kirchen. 
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Die Synagoge II., Tempelgasse 5 (Abb. 143, 159, 160) 
wurde von Ludwig von Förster in den Jahren 1853—1858 erbaut. Der Orientierung nach Osten 
wegen wurde sie in die Mitte zwischen zwei Höfen gebaut; rechts und links von denselben 
befindet sich je ein der israelitischen Kultusgemeinde gehöriges Wohnhaus. 
Die Synagoge zeigt von außen einen Ziegelrohbau in den arabischen Architekturformen. 
Sie ist im Grundriß dreischiffig und hat einen Fassungsraum von über 2000 Sitzplätzen, wo 
von etwa die Hälfte im Parterre (für Männer) und die anderen auf zwei Galerien (für Frauen) 
untergebracht sind. Als Träger für die Galerien dienen gußeiserne Pfeilerbündel. Die Decken 
konstruktionen für die Galerien sind aus Holz. Im Jahre 1898 wurde der ganze Innenraum 
neu ausgeschmückt, die Gasbeleuchtung durch elektrisches Licht ersetzt und die Ausschmückung 
unter Leitung des Architekten W. Stiaßny stilgemäß unter reichlicher Anwendung von Gold 
und Farben bewerkstelligt.') 
Die nun folgenden drei Synagogen fielen der Gemeinde anläßlich der Einverleibung der 
Vororte mit Wien zu, es sind dies: 
Die Synagoge XV., Turnergasse 22 (Abb. 144), 
1871 —1872 von Professor Karl König erbaut, ein Putzbau im Renaissancestil. Die Hauptfront 
mit den Eingängen tritt hinter einem Vorgarten zurück. Während die Südseite sich in der 
Flucht der Dingelstedtgasse befindet, begrenzt die Nordseite den Hof des zugehörigen 
Gemeindehauses. Die Ostseite grenzt an ein Nachbargebäude. Die Synagoge ist von drei Seiten 
frei. Der Grundriß der Synagoge zeigt wohl im Parterre eine dreischiffige Anlage, wobei die 
Breite des Mittelschiffes weit überwiegend ist gegen jene der Seitenschiffe, doch ist die Anlage 
nicht im Sinne der Basiliken ausgebildet, denn die schlanken Eisensäulen, welche die Bestim- 
^ Nähere Details siehe: Allgemeine Bauzeitung. 1859. Kisch, Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten. Beide 
vorbeschriebenen Synagogen sind aus Mitteln der Wiener israelitischen Kultusgemeinde erbaut. 
Abb. 158. Inneres der Syr.agogc I., Seitenstettengasse.
	        
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