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MAK

Full text : Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 2: Hochbau und Architektur, Plastik und Kunstsammlungen

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Gebäude  für  den  kaiserlichen  Hof.

Die  ersten  Entwürfe  zum  Garten  lieferte  Adr.  Steckhofen,  die  späteren  F.  von  Hohenberg.
Das  Gartenparterre  hat  32  Statuen  aus  Tiroler  Marmor  vom  Bildhauer  J.  W.  Beyer;  besonders
bemerkenswert  ist  die  Gruppe  des  Äneas,  der  seinen  Vater  Anchises  aus  dem  brennenden  lioja
trägt  und  den  kleinen  Ascanasius  zur  Seite  hat.  Gegen  den  Berg  wird  das  Parterre  durch  das
Neptunbassin  abgeschlossen;  die  Bildhauerarbeiten  an  demselben  sind  nach  den  Modellen
J.  W.  Beyers  von  den  Bildhauern  Hagenauer  und  Zächerl  ausgeführt.  Auf  dem  Plateau  des  Berges,
welches  sich  hinter  dem  Bassin  erhebt,  steht  das  im  Jahre  1775  von  Hohenberg  in  italienischem
Stile  erbaute  Gloriett  mit  Bildhauerarbeiten  von  L.  Henrici.  Dasselbe  hat  in  der  Mitte  einen
schönen  Saal,  an  den  sich  zu  beiden  Seiten  breite  Arkaden  anschließen;  von  der  Terrasse  über
dem  Mittelsaal  bietet  sich  eine  sehr  lohnende  Aussicht.  Das  Wasserreservoir  vor  dem  Gloriett
speist  die  Bassins  und  Wasserkünste.  Auf  der  linken  Seite  des  Schlosses  befindet  sich  ein  für
den  Hof  reservierter  Teil  mit  dem  Denkmale  der  Königin  Maria  Karolina  von  Neapel;  hinter
diesem  liegt  die  von  Hohenberg  entworfene  und  von  den  Bildhauern  Henrici,  Zächerl  und  Beyer
ausgeführte  römische  Ruine;  sie  bildet  einen  großen  Bogen,  welcher  von  zwei  Flügelmaucrn
begrenzt  wird;  zwischen  diesen  und  dem  Bogen  liegt  ein  Bassin  und  neben  diesem  viele  bauliche
und  statuarische  Trümmer  in  malerischer  Gruppierung.  Nahe  bei  der  Ruine  befindet  sich  der
schöne  Brunnen;  ein  Grottengebäude  birgt  eine  schöne  Najade,  Egeria,  die  eine  Urne  hält,  aus
welcher  die  Quelle  in  ein  Marmorbecken  fließt.  In  der  Nähe  liegt  ein  zweiter  Brunnen,  bei  dem
das  Wasser  aus  einem  Delphinkopfe  fließt,  mit  den  Statuen  der  Euridice  und  des  Cincinnatus.
Sämtliche  Statuen  sind  von  Beyer.  Links  steht  der  große,  1777  errichtete  Obelisk  über  einem
Grottengebäude  auf  vier  Schildkröten.  Die  Hieroglyphenschrift,  welche  den  Obelisk  bedeckt,
enthält  die  Geschichte  des  Hauses  Habsburg.  Die  Skulpturen  stammen  von  Beyer  und  Henrici.
Literatur.
Gehler,  Beschreibung  des  Lustschlosses  Schönbrunn.  Wien  1805.

Das  kaiserliche  Jagdschloß  im  Lainzer  Tiergarten  (Abb.  188).
Der  Wunsch  der  verewigten  Kaiserin  Elisabeth,  zeitweilig  abseits  des  großen  Hoflebens
in  stiller  Einsamkeit  der  Ruhe  genießen  zu  können,  ließ  das  kleine  Jagdschloß  im  kaiserlichen

Abb.  191.  Palais  der  königlich  ungarischen  Garde  (Trautson-Palais).
            
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