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Verwaltungsgebäude.
und Eisen, sowie die Gruppe auf derselben sind von Klieber modelliert; die Kosten des Baues
betrugen rund 900.000 K.
Das Gebäude wurde im Jahre 1838 bezogen und beherbergte folgende Ämter: Haupt
münzamt, Punzierungs- und Einlösungsamt, General- und Landmünzprobieramt, die minera-
logisch-geognostischen Sammlungen der Hofkammer für Münz- und Bergwesen, sowie die
Lehrzimmer für höhere Kurse der bergmännischen Wissenschaften (bergmännische Geographie,
Dozinesie und analytische Chemie). In den Jahren 1892/93 wurde anläßlich der Einführung der
Kronenwährung das Kessel- und Maschinenbaus zum Teil umgebaut und mit einer größeren,
modernen Dampfkessel- und Dampfmaschinenanlage ausgestattet. Nebstdem steht vom Anbeginne
eine kleine Wasserkraft aus dem Wiener-Neustädter Kanäle zur Verfügung. Das Gebäude entspricht
in mancher Beziehung heute nicht mehr den Anforderungen des technischen Dienstes. Lorenz.
K. k. Hof- und Staatsdruckerei (Abb. 239, 240).
Die k. k. Hof- und Staatsdruckerei war seit 1804 im Gebäude des Franziskanerkonventes untergebracht
und erhielt, als die baulichen Übelstände ihre Tätigkeit zu ersticken drohten, durch Gesetz vom 21. Dezem
ber 1888 ein neues Heim. Als Bauplatz wurde trotz Widerstandes der Anrainer, welche die Rauchentwick
lung einer so großen Anlage fürchteten, ein ärarischer Grund, Rennweg Nr. 16, gewählt. Die Pläne zu dem
neuen Gebäude wurden im Hochbaudepartement des Ministeriums des Innern von Hofrat C. Köchlin verfaßt,
die Maschineneinrichtung schuf Prof, von Radinger.
Das an allen Seiten freistehende Bauwerk (siehe Abb. 239) bedeckt, in sieben Geschossen
von der Kellersohle aufgebaut, eine Grundfläche von 5200 m 2 , bietet 15.400 m 2 Benützungs
fläche und ist ohne Prunk, bloß nach den Forderungen seines Zweckes ausgestaltet. Der
allgemeinen Einteilung nach ist der Nordtrakt für die Verwaltung, der westliche für den Wert
papierdruck, der südliche und östliche für alle anderen Druckarbeiten bestimmt. Maschinen
betrieb findet sich im Ost- und West- und den Verbindungstrakten. Vier Stiegen und vier
Aufzüge verbinden die Geschosse, vier Höfe, gegen Norden zwei kleinere, ein großer in der
Mitte mit 850 m 2 und der Maschinenhof im Süden sondern die Trakte des Hauses.
Der Maschinenbetrieb wurde bis jetzt durch zwei Dampfmaschinen für Licht und Kraft
mit zentraler Verteilung der Antriebe durch Seilstränge vom Maschinenhof aus und durch eine
im großen Hof versenkt angeordnete Wasserrohrkesselanlage unterhalten. In letzter Zeit fand
jedoch ein Umbau der Kraftanlage in elektrischen Gruppen- und Einzelantrieb durch Anschluß
an das städtische Licht- und Kraftwerk statt, wodurch auch die Transmissionsanlage von rund
1000 m Wellenlänge sich fast auf die Hälfte
verkleinert. Für den Betrieb der Dampf
heizung in allen Arbeitsräumen und in der
großen Trockenhallc dient auch fernerhin
ein Teil der Kesselanlage.
A Kesselhaus. E Streckwerk.
B Krätzmühle. ü Schneidwerk.
C Glühofen. H Maschinenbaus.
D Garderobe. J Neues Streckwerk.
Abb. 238. Grundriß des Maschinenhauses des Münzamtes.
1:1000.
Das Kellergeschoß enthält Papier- und
Letternaufbewahrungsräume. Eine Küche für
300 Personen und eine Reparaturwerkstätte,
Das Kellergeschoß enthält Papier- und
Abb. 237. Hauptmünzamtsgebäude. Ebenerd. 1:1000.
die Feuerwache und der Pferdestall befinden sich im Tiefparterre. Im Hochparterre arbeiten
Rotationsmaschinen in ein und zwei Farben, deren Platten in den anliegenden Räumen für
Rundstereotypie und Galvanoplastik hergestellt werden. Im ersten Stocke sind fast ausschließlich
Buchdruckschnellpressen aufgestellt. Den Rest des Stockwerkes erfüllen die Wohnung des