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Gebäude für Bildung und Unterricht.
So groß jedoch die Übereinstimmung der zwei Gebäude am Äußeren ist, so verschieden
ist mit Rücksicht auf ihre Bestimmung die Anordnung der Innenräume. Letztere erforderte beim
Kunsthistorischen Hofmuseum für die im Hochparterre befindlichen Sammlungen von Antiken,
kunstgewerblichen Gegenständen und Waffen möglichst reflexfreies, reichliches Seitenlicht, was
den Architekten veranlaßte, die größeren Ausstellungsräume an die Fassaden zu verlegen.
Die Gemäldesammlung wieder bedingte für eine Reihe von Sälen Oberlicht, für andere, kleinere
Säle Seitenlicht, wodurch die Verlegung der großen Oberlichträume an die Hofseiten erforderlich
wurde. Im Naturhistorischen Museum gestatteten die Umstände eine gleichartige Grundrißlösung
in allen Stockwerken.
Die Ausstattung der Innenräume ist in beiden Hofmuseen, ihrem Charakter und der zur
Zeit ihrer Erbauung herrschenden Auffassung entsprechend, eine überaus prächtige. Besonders
Abb. 263. Naturhistorisches Hofmuseum. Erster Stock. 1:1200.
II, III, VIII, IX, XII, XIII, XVIII, XIX, XXI, XXIV, XXVII, XXVIII, XXXI, XXXII Oberlichtsäle.
gilt dies vom Kunsthistorischen Museum, wo Monolithsäulen aus verschiedenfarbigen, kostbaren
Graniten, deren Basen, Kapitale und Gebälk aus Marmor mit reichen Verkleidungen
aus Goldbronze ausgeführt sind und die Säle des Hochparterres, des großen Eingangsvestibüles und
die mächtige, von Galerien umgebene Treppe sowie den hohen Kuppelraum im ersten Stockwerke
zieren. Von den vier Geschossen dieses Gebäudes ist das Tiefparterre teilweise für
Dienstwohnungen, Depots und Arbeitsräume, teilweise für die Bibliothek und das Lapidarium
bestimmt. Im Hochparterre sind für die kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses
23 große und 14 kleine Ausstellungsräume mit einer Gesamtbodenfläche von 4154-35 m 2