MAK

Full text: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 2: Hochbau und Architektur, Plastik und Kunstsammlungen

Musealgebäude. 
171 
gewidmet. Dort haben 
die Antikensammlung 
mit der ägyptischen 
bammlung, die Samm 
lung von Münzen und 
Medaillen, dann jene 
von kunstindustriellen 
Gegenständen des Mit 
telalters und der Re 
naissance sowie die 
Waffensammlung Auf 
stellung gefunden. Das 
erste Stockwerk, aus 
schließlich für die Ge 
mäldegalerie bestimmt, 
enthält 14 Oberlichtsäle 
und 15 Seitenkabinette 
mit zus. 4875'07 m- 
Fußbodenfläche und 
7330'90 m' 2 behängbarer 
Wandfläche. Im zweiten 
Stockwerke endlich sind 
Ausstellungsräume für 
die Sammlung von 
Aquarellen und Hand 
zeichnungen, die Se 
kundärgalerie und Kanz 
leien untergebracht. Ei 
nige Räume des zwei 
ten Stockwerkes sind 
in neuester Zeit zur 
Gewinnung von Wand 
flächen mit Oberlichten 
versehen worden. Die 
Lokalitäten des Hoch 
parterres und des ersten 
Stockes weisen reichen 
plastischen und male 
rischen Schmuck auf. 
So sind 'im großen Stiegenhause als Deckenbild eine Apotheose der bildenden Kunst von 
Michael Munkâcsy, mit 12 Lünettengemälden (Allegorien) von Hans Makart und Zwickelbildern 
von Klimt und Matsch, dann auf dem Treppenpodest Canovas bekannte Theseusgruppe ange 
bracht; im sogenannten Goldsaale Julius Bergers großes Deckengemälde „Die Mäzene des 
Hauses Habsburg“, in der Antikensammlung 76 Bilder von August Eisenmenger, in anderen 
Räumen Deckenbilder von Simon, Karger, Rob. Ruß, L. H. Fischer und Laufberger; in den 
Galeriesälen figurale Plastik von Lax, Düll, Silbernagl, Costenoble, O. König, AI. Swoboda, 
A. P. Wagner, Artur Straßer u. a. 
Im Naturhistorischen Museum sind die Tiefparterrelokalitäten ähnlich wie beim 
Kunsthistorischen Museum für Dienstwohnungen, dann für Depot- und Präparationsräumc ver 
wendet. Das Hochparterre bietet 5024 m 2 , das erste und zweite Stockwerk je 5139 m 2 Belag 
fläche. Die Ausstattung der Innenräume ist weniger prunkvoll wie im Kunsthistorischen Museum, 
immerhin aber von gediegener Pracht in den zur Bekleidung der Wände verwendeten kost 
baren Materialien, den großen Dimensionen und dem reichen malerischen und plastischen 
Schmuck der Schausäle. Eingangsvestibül und Treppe sind ähnlich disponiert wie im Kunst 
historischen Museum. Das Stiegenhaus ziert Hans Canons großes Deckengemälde „Der Kreis 
lauf des Lebens“, die zwölf zugehörigen Lünettenbilder enthalten allegorische Darstellungen, 
gleichfalls von Canons Hand. Eine Reihe von Statuen an den Wänden gibt Porträtdarstellungen 
hervorragender Naturforscher. Mit reichem Statuenschmuck ist auch das Vestibül des ersten 
Abb. 265. Kunsthistorisches Hofmuseum. Stiegenhaus.
	        
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