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Full text : Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 2: Hochbau und Architektur, Plastik und Kunstsammlungen

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Gebäude  für  Bildung  und  Unterricht.

Baublock  mit  einer  Bodenfläche  von  21.412  m 2 ,  von  denen  14.530  m 2  verbaut  sind,  gliedert  sich
der  Hauptsache  nach  in  zwei,  an  der  Grillparzerstraße  respektive  Universitätsstraße  gelegene^
vornehmlich  Lehrsäle  enthaltende  Längsflügel,  die,  an  der  rückwärtigen  Front  durch  den
Bibliotheksbau,  an  der  Ringstraße  durch  den  reich  gegliederten  Flügel  des  Festsaalbaues  verbunden, ­
  einen  großen,  von  Arkaden  umgebenen  Hof  einschließen,  der  nach  jeder  Richtung
hin  als  Kristallisationspunkt  der  ganzen  Anlage  zu  betrachten  ist;  er  ersetzt  der  Studenten-A

  Loggia.
B  Festsaal.
C  Vorsäle.
D  Atrium.
E  Festtreppe.

F  Haupttreppe.
G  Treppen  für  Studierende.
H  Nebentreppen.
J  Bibliothekstreppe.
K  Kleiner  Festsaal.

L  Sitzungssaal.
M,  N  Rcktorskanzlei.
O  Bibliothek.
P  Juristisches  Dekanat.
Q  Philosophisches  Dekanat.

R  Historisches  Seminar.
S  Prüfungssäle.
T  österreichische  Geschichtsforschung. ­


i

Schaft  den  mangelnden  Universitätsplatz,  er  erleichtert  die  Orientierung  in  dem  weitläufigen
Gebäude,  da  von  hier  aus  sämtliche  Hauptkommunikationen  zugänglich  sind;  von  hier  aus
entwickeln  sich  die  architektonischen  Hauptmotive  des  vornehmlich  als  Innenbau  geplanten
Hauses  auch  nach  außen.
Wie  sehr  Ferstel  bemüht  war,  den  praktischen  Anforderungen  dieses  von  5000  bis
6000  Hörern  frequentierten  Gebäudes  gerecht  zu  werden,  zeigt  sich  in  der  klaren  Anordnung
sämtlicher  Kommunikationen,  in  erster  Linie  in  der  Disposition  und  dem  Aufbau  der  Treppen  ;
auf  diesen,  namentlich  den  beiden  großen,  dem  Hauptverkehr  dienenden  Treppenhäusern  liegt
der  stärkste  Akzent,  während  der  äußere  Aufbau,  den  relativ  knapp  bemessenen  Mitteln  Rechnung ­
  tragend,  bescheidener  gehalten  werden  und  sich  im  Wesen  auf  das  künstlerische  Durcharbeiten ­
  der  Silhouette  der  einzelnen  sehr  heterogenen  Baugruppen  beschränken  mußte.  Die  Baukosten ­
  beliefen  sich,  einschließlich  der  inneren  Ausstattung  und  der  Bauregie,  auf  15,400.000  K.
Literatur.
Handbuch  der  Architektur.  6.  Halbband,  2.  Heft,  S.  47  ff.  Wiener  Monumentalbauten.  Lehmann  &  Wentzel,  Wien,  Bd.  II.
E.  Winkler,  Technischer  Führer  durch  Wien.  2.  Auflage.  1874,  S.  212.  Allgemeine  Bauzeitung.  1894.  Wochenschrift  des  Österreichischen ­
  Ingenieur-  und  Architekten-Vereines.  1878.
            
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