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Full text: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 2: Hochbau und Architektur, Plastik und Kunstsammlungen

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Gebäude für Bildung und Unterricht. 
Abb. 313. Technologisches Gewerbemuseum. Galeriesaal. 
Bestände mancher Arten von gewerblichen Bildungsanstalten zeigte sich, daß diese doch nicht 
alles boten, was man vom Nachwuchs fordern mußte, und insbesondere fehlte den absol 
vierten Gewerbeschülern, die aus den theoretischen Tagesfachschulen hervorgingen, noch 
mehr als den ausgelernten Lehrlingen die Präzision in der Handarbeit, das Verständnis in 
der Anwendung der Werkzeuge, die Routine in der Bedienung der Maschine, die Zuverlässig 
keit in der Überwachung der chemischen Apparate und die Vorliebe für die praktischen 
Seiten des Betriebes. Das auf der individuellen Leistungsfähigkeit des praktischen Gewerbe 
mannes beruhende Selbstgefühl und Standesbewußtsein war längst aus den Werkstätten ent 
schwunden, das politische Banausentum konnte hierfür keinen Ersatz bieten. Der einsichtsvolle 
Konsument aber, der durch die Leistungen der Großbetriebe geschulte Konsument, erkannte 
die Mängel der Gewerbebetriebe, welche sich dadurch schmerzlich erklären ließen, daß es 
dem Gewerbestande an dem den heutigen Anforderungen entsprechenden Arbeiternachwuchse 
fehle. Man erinnerte sich an die alten Meisterschulen, die selbst zur Zeit der Blüte der Zünfte 
selten genug waren, dann aber und dort, wo der Meister ein Künstler war in seinem Fache, 
Berühmtheit erlangten. Man erinnerte sich auch an die von Gemeinden, Regierungen oder 
Regenten begründeten oder durch Privilegien und Subventionen mächtig geförderten Ateliers 
und Bauhütten im weiteren Sinne des Wortes. Das subventionierte Atelier trat wieder in die 
Erscheinung, diesmal von dem Ministerium für Kultus und Unterricht oder für Handel und 
Volkswirtschaft ins Leben gerufen, organisiert, unterstützt und überwacht. Ohne Zusammen 
hang mit dem theoretischen Unterricht konnten sie sich aber nicht erhalten und hatten nur 
eine Existenzberechtigung für relativ niedrig stehende Techniken, wie die Korbflechterei, die 
Spitzenerzeugung, Strickerei und Stickerei und andere sogenannte Hausindustrien. Wenngleich 
die Lehrwerkstätten oder subventionierte Ateliers als ausschließlich der praktischen Unter 
weisung dienende Institute sich nicht mehr bewährten, so hat doch anderseits die Angliede-
	        
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