Krankenhäuser.
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Nun ist es gelungen, die Frage der Neuschaffung von Kliniken in der Art zu lösen, daß
eine neue Anstalt auf den Gründen des früheren Versorgungshauses und der Irrenanstalt in
unmittelbarer Nähe des heutigen Allgemeinen Krankenhauses entstehen wird und daß die
Flächen der alten Anstalt zur Parzellierung und zum Verkaufe gelangen. Es kann daher eine
detaillierte Beschreibung der alten Anstalt entfallen und soll nur in Kürze aufgezählt werden,
was im heutigen Allgemeinen Krankenhause untergebracht ist.
Außer den 2000 Krankenbetten sind noch 600 Gebärbetten vorhanden. Es bestehen
4 medizinische und 3 chirurgische Abteilungen, ferner 1 Augenabteilung, 3 Abteilungen für
Syphilis und Dermatologie, 1 psychiatrische und 1 Zahlabteilung, ferner 3 medizinische,
2 chirurgische, 2 Augen-, 2 gynäkologische Kliniken, dann je 1 Klinik für Syphilis, Dermatologie,
Laryngologie, Ohren-, Geistes- und Nervenkrankheiten. Die Gebärabteilung enthält
2 Kliniken für Geburtshilfe und eine dritte Abteilung mit Hebammenschule.
An medizinisch-wissenschaftlichen Instituten
sind untergebracht: Die Lehrkanzeln
für pathologische Anatomie, für
experimentelle Anatomie, für Pathologie,
für medizinische Chemie und für gerichtliche
Medizin. Auch die Medikamentenregie
für alle neun k. k. Krankenanstalten befindet
sich hier. Die ganze Verwaltung des
Hauses mit Küchen-Eigenregie, die Wohnungen
der Ärzte, einer großen Anzahl
von Dienern und Beamten, eine große
Apotheke mit einer neuestens eingerichteten
Zentralsterilisationsanstalt für Verbandstoffe,
eine Desinfektionsanstalt, eine Reihe
von Werkstätten u. s. w., wie endlich die
Räume für die Leicheneinsegnung sind in verschiedenen Trakten des Hauses untergebracht.
Im Jahre 1898 wurde zur Unterbringung von geistlichen Wärterinnen in nächster Nähe
des Spitales ein Wohnhaus erbaut. Dasselbe enthält außer den Schlafsälen für zirka 100 Pflegerinnen
noch ein großes Refektorium, einen großen Betraum, Isolierzimmer, Garderoben,
3 Bäder und eine Waschküche im Dachgeschoß. Unter der Spitalgasse führt vom Keller dieses
Hauses ein P36m breiter, 2'lOm hoher Verbindungsgang in den I. Hof des k. k. Allgemeinen
Krankenhauses.
Das Neue k. k. Allgemeine Krankenhaus (Abb. 337) wird, wie erwähnt, auf den Gründen
des Versorgungshauses in der Spitalgasse und der zu verlegenden Landes-Irrenanstalt im
IX. Bezirke errichtet, die einerseits von der Spitalgasse und der Lazarethgasse, anderseits von
der Gürtellinie begrenzt werden. Die Gesamtfläche beträgt zirka 248.000 m-, wovon ein Teil
zur Straßenerweiterung abgetreten werden muß, so daß für die neuen Kliniken eine Fläche
von zirka 240.000 m 2 verbleibt. Das Allgemeine Krankenhaus, welches heute samt der Gebäranstalt
rund 2600 Betten umfaßt, kann in diesem
Umfange, mit Rücksicht auf die modernen hygienischen
Anforderungen, auf diesem Platze nicht voll
untergebracht werden; es wurde daher eine Teilung
in der Weise projektiert, daß auf den vorbezeichneten
Gründen des IX. Bezirkes nur die Universitätskliniken
mit dem Kinderspitale und zwei geburtshilfliche
Kliniken mit 2330 Betten errichtet werden, wobei
allerdings eine Bettenvermehrung der Kliniken
Platz gegriffen hat und auch ein Zuwachs dadurch
entstanden ist, daß das St. Annen-Kinderspital mit
seiner Klinik in diese Area einbezogen wurde. Für
die im Krankenhause untergebrachten Abteilungen
mit zirka 800 Betten wird der Ersatz in der Richtung
gefunden, daß das Wilhelminen-Spital im XVI. Be- Abb - 336 - Allgemeines Krankenhaus, Hof i.
zirke um diese Bettenanzahl erweitert wird.
Errichtet werden 19 Kliniken und eine medizinische Abteilung, und zwar: 2 chirurgische,
2 Augenkliniken, 3 medizinische, 2 geburtshilfliche, 2 gynäkologische, 2 psychiatrische, 2 dermato-15*
Abb. 335. Erste Stätte für die pathologische Anatomie in Wien.