Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 2: Hochbau und Architektur, Plastik und Kunstsammlungen

Krankenhäuser.

227

Nun  ist  es  gelungen,  die  Frage  der  Neuschaffung  von  Kliniken  in  der  Art  zu  lösen,  daß
eine  neue  Anstalt  auf  den  Gründen  des  früheren  Versorgungshauses  und  der  Irrenanstalt  in
unmittelbarer  Nähe  des  heutigen  Allgemeinen  Krankenhauses  entstehen  wird  und  daß  die
Flächen  der  alten  Anstalt  zur  Parzellierung  und  zum  Verkaufe  gelangen.  Es  kann  daher  eine
detaillierte  Beschreibung  der  alten  Anstalt  entfallen  und  soll  nur  in  Kürze  aufgezählt  werden,
was  im  heutigen  Allgemeinen  Krankenhause  untergebracht  ist.
Außer  den  2000  Krankenbetten  sind  noch  600  Gebärbetten  vorhanden.  Es  bestehen
4  medizinische  und  3  chirurgische  Abteilungen,  ferner  1  Augenabteilung,  3  Abteilungen  für
Syphilis  und  Dermatologie,  1  psychiatrische  und  1  Zahlabteilung,  ferner  3  medizinische,
2  chirurgische,  2  Augen-,  2  gynäkologische  Kliniken,  dann  je  1  Klinik  für  Syphilis,  Dermatologie, ­
  Laryngologie,  Ohren-,  Geistes-  und  Nervenkrankheiten.  Die  Gebärabteilung  enthält
2  Kliniken  für  Geburtshilfe  und  eine  dritte  Abteilung  mit  Hebammenschule.
An  medizinisch-wissenschaftlichen  Instituten ­
  sind  untergebracht:  Die  Lehrkanzeln ­
  für  pathologische  Anatomie,  für
experimentelle  Anatomie,  für  Pathologie,
für  medizinische  Chemie  und  für  gerichtliche ­
  Medizin.  Auch  die  Medikamentenregie
für  alle  neun  k.  k.  Krankenanstalten  befindet ­
  sich  hier.  Die  ganze  Verwaltung  des
Hauses  mit  Küchen-Eigenregie,  die  Wohnungen ­
  der  Ärzte,  einer  großen  Anzahl
von  Dienern  und  Beamten,  eine  große
Apotheke  mit  einer  neuestens  eingerichteten ­
  Zentralsterilisationsanstalt  für  Verbandstoffe, ­
  eine  Desinfektionsanstalt,  eine  Reihe
von  Werkstätten  u.  s.  w.,  wie  endlich  die
Räume  für  die  Leicheneinsegnung  sind  in  verschiedenen  Trakten  des  Hauses  untergebracht.
Im  Jahre  1898  wurde  zur  Unterbringung  von  geistlichen  Wärterinnen  in  nächster  Nähe
des  Spitales  ein  Wohnhaus  erbaut.  Dasselbe  enthält  außer  den  Schlafsälen  für  zirka  100  Pflegerinnen ­
  noch  ein  großes  Refektorium,  einen  großen  Betraum,  Isolierzimmer,  Garderoben,
3  Bäder  und  eine  Waschküche  im  Dachgeschoß.  Unter  der  Spitalgasse  führt  vom  Keller  dieses
Hauses  ein  P36m  breiter,  2'lOm  hoher  Verbindungsgang  in  den  I.  Hof  des  k.  k.  Allgemeinen
Krankenhauses.
Das  Neue  k.  k.  Allgemeine  Krankenhaus  (Abb.  337)  wird,  wie  erwähnt,  auf  den  Gründen
des  Versorgungshauses  in  der  Spitalgasse  und  der  zu  verlegenden  Landes-Irrenanstalt  im
IX.  Bezirke  errichtet,  die  einerseits  von  der  Spitalgasse  und  der  Lazarethgasse,  anderseits  von
der  Gürtellinie  begrenzt  werden.  Die  Gesamtfläche  beträgt  zirka  248.000  m-,  wovon  ein  Teil
zur  Straßenerweiterung  abgetreten  werden  muß,  so  daß  für  die  neuen  Kliniken  eine  Fläche
von  zirka  240.000  m 2  verbleibt.  Das  Allgemeine  Krankenhaus,  welches  heute  samt  der  Gebäranstalt ­
  rund  2600  Betten  umfaßt,  kann  in  diesem
Umfange,  mit  Rücksicht  auf  die  modernen  hygienischen ­
  Anforderungen,  auf  diesem  Platze  nicht  voll
untergebracht  werden;  es  wurde  daher  eine  Teilung
in  der  Weise  projektiert,  daß  auf  den  vorbezeichneten
  Gründen  des  IX.  Bezirkes  nur  die  Universitätskliniken ­
  mit  dem  Kinderspitale  und  zwei  geburtshilfliche ­
  Kliniken  mit  2330  Betten  errichtet  werden,  wobei ­
  allerdings  eine  Bettenvermehrung  der  Kliniken
Platz  gegriffen  hat  und  auch  ein  Zuwachs  dadurch
entstanden  ist,  daß  das  St.  Annen-Kinderspital  mit
seiner  Klinik  in  diese  Area  einbezogen  wurde.  Für
die  im  Krankenhause  untergebrachten  Abteilungen
mit  zirka  800  Betten  wird  der  Ersatz  in  der  Richtung
gefunden,  daß  das  Wilhelminen-Spital  im  XVI.  Be-  Abb -  336 -  Allgemeines  Krankenhaus,  Hof  i.
zirke  um  diese  Bettenanzahl  erweitert  wird.
Errichtet  werden  19  Kliniken  und  eine  medizinische  Abteilung,  und  zwar:  2  chirurgische,
2  Augenkliniken,  3  medizinische,  2  geburtshilfliche,  2  gynäkologische,  2  psychiatrische,  2  dermato-15*


Abb.  335.  Erste  Stätte  für  die  pathologische  Anatomie  in  Wien.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.