230
Humanitätsanstalten.
Kostenaufwande von 126.000 K neu erbaut,
beheben, im Jahre 1898 das an die Realität
Das Krankenhaus Wieden
umfaßt eine Area von 19.957 m 2 ,
wovon 5899 m 2 verbaut sind.
Die Abteilungen, auf die sich
die vorhandenen 589 Kranken
betten verteilen, sind: 1 chi
rurgische, 2 medizinische, 1 sy
philitisch-dermatologische,
1 gynäkologische und 1 Au
genabteilung. Das hufeisen
förmige Hauptgebäude enthält
in drei Geschossen in den
Flügeln 18 Säle, im verbin
denden Mitteltrakt kleinere
Krankenräume, im Parterre die
Küche mit den erforderlichen
Nebenräumen. Im Garten, an
nachbarliche Zinshäuser ange
baut, befindet sich noch ein
ebenerdiger Krankenpavillon
für 27 Betten. Die Verwaltung,
Apotheke, Krankenaufnahme,
das Augenambulatorium und
die Wohnungen der Ärzte sind
in dem einfachen Trakte der
Favoritenstraße untergebracht.
Im Hofe des Krankenpavillons
befindet sich die durch zwei
Geschosse gehende Anstalts
kapelle nebst den Wohnungen
für die Anstaltsgeistlichen u. s w.
Endlich wurde noch, um den Mangel an Wohnungen etc. zu
anstoßende Haus Rainergasse 8 erworben.
339. Krankenanstalt Kronprinz Rudolf-Stiftung. Lageplan. 1: 2000.
ln Verbindung mit dem Favoritenstraßentrakte ist noch ein viergeschossiges Gebäude mit
sieben Fenstern Gassenfront angegliedert, das
die Direktionskanzlei und Wohnungen enthält.
K. k. Krankenanstalt Rudolf-Stiftung, III.,
Boerhavegasse (Abb. 339, 340).^ Mit kaiserlichem
Handschreiben vom 26. August 1858 widmete Kaiser
Franz Josef I. aus Anlaß der Geburt eines Kronprinzen
8800 Quadratklafter Grund von seinem Besitztum
»Kaisergarten« im III. Bezirke mit der Bestimmung zur
Errichtung eines Spitales. Nach dem vom Architekten
Jos. Horky und Baurat Zettl ausgearbeiteten Entwürfe
wurde im Februar 1860 mit dem Bau begonnen und
konnte die mit einem Kostenaufwande von 5,000.000 K
für 860 Betten ausgeführte, von Prof. Dr. Karl Böhm
mit Ventilationseinrichtungen ausgestattete Anstalt am
28. Jänner 1865 in Benützung genommen werden.
Das im ursprünglichen Programm vorgesehene
Schwesternhaus für 200 Pflegerinnen mußte der be
schränkten Baufläche wegen entfallen. Auch Wohn
gebäude für Angestellte des Hauses und die Prosektur
konnten nur in beschränktem Maße geschaffen werden,
wodurch sich Übelstände ergaben, an welchen die auf
verhältnismäßig zu kleiner Area errichtete Anstalt heute
noch leidet. 1894 wurde mit einem Kostenaufwand von
78.000 K auf das Leichenhaus ein Stock aufgesetzt.
Durch Herstellung von Licht- und Luftgräben wurden
im Laufe der Jahre eine Reihe von Souterrainlokalen
für Magazine und Werkstätten adaptiert.
Abb. 340. Krankenanstalt Kronprinz Rudolf-Stiftung.
J ) Försters Allgemeine Bauzeitung. Jahrgang 1866. Jahr
buch der Wiener k. k. Krankenanstalten. I. Jahrgang 1892.