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Full text: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 2: Hochbau und Architektur, Plastik und Kunstsammlungen

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Humanitätsanstalten. 
Kostenaufwande von 126.000 K neu erbaut, 
beheben, im Jahre 1898 das an die Realität 
Das Krankenhaus Wieden 
umfaßt eine Area von 19.957 m 2 , 
wovon 5899 m 2 verbaut sind. 
Die Abteilungen, auf die sich 
die vorhandenen 589 Kranken 
betten verteilen, sind: 1 chi 
rurgische, 2 medizinische, 1 sy 
philitisch-dermatologische, 
1 gynäkologische und 1 Au 
genabteilung. Das hufeisen 
förmige Hauptgebäude enthält 
in drei Geschossen in den 
Flügeln 18 Säle, im verbin 
denden Mitteltrakt kleinere 
Krankenräume, im Parterre die 
Küche mit den erforderlichen 
Nebenräumen. Im Garten, an 
nachbarliche Zinshäuser ange 
baut, befindet sich noch ein 
ebenerdiger Krankenpavillon 
für 27 Betten. Die Verwaltung, 
Apotheke, Krankenaufnahme, 
das Augenambulatorium und 
die Wohnungen der Ärzte sind 
in dem einfachen Trakte der 
Favoritenstraße untergebracht. 
Im Hofe des Krankenpavillons 
befindet sich die durch zwei 
Geschosse gehende Anstalts 
kapelle nebst den Wohnungen 
für die Anstaltsgeistlichen u. s w. 
Endlich wurde noch, um den Mangel an Wohnungen etc. zu 
anstoßende Haus Rainergasse 8 erworben. 
339. Krankenanstalt Kronprinz Rudolf-Stiftung. Lageplan. 1: 2000. 
ln Verbindung mit dem Favoritenstraßentrakte ist noch ein viergeschossiges Gebäude mit 
sieben Fenstern Gassenfront angegliedert, das 
die Direktionskanzlei und Wohnungen enthält. 
K. k. Krankenanstalt Rudolf-Stiftung, III., 
Boerhavegasse (Abb. 339, 340).^ Mit kaiserlichem 
Handschreiben vom 26. August 1858 widmete Kaiser 
Franz Josef I. aus Anlaß der Geburt eines Kronprinzen 
8800 Quadratklafter Grund von seinem Besitztum 
»Kaisergarten« im III. Bezirke mit der Bestimmung zur 
Errichtung eines Spitales. Nach dem vom Architekten 
Jos. Horky und Baurat Zettl ausgearbeiteten Entwürfe 
wurde im Februar 1860 mit dem Bau begonnen und 
konnte die mit einem Kostenaufwande von 5,000.000 K 
für 860 Betten ausgeführte, von Prof. Dr. Karl Böhm 
mit Ventilationseinrichtungen ausgestattete Anstalt am 
28. Jänner 1865 in Benützung genommen werden. 
Das im ursprünglichen Programm vorgesehene 
Schwesternhaus für 200 Pflegerinnen mußte der be 
schränkten Baufläche wegen entfallen. Auch Wohn 
gebäude für Angestellte des Hauses und die Prosektur 
konnten nur in beschränktem Maße geschaffen werden, 
wodurch sich Übelstände ergaben, an welchen die auf 
verhältnismäßig zu kleiner Area errichtete Anstalt heute 
noch leidet. 1894 wurde mit einem Kostenaufwand von 
78.000 K auf das Leichenhaus ein Stock aufgesetzt. 
Durch Herstellung von Licht- und Luftgräben wurden 
im Laufe der Jahre eine Reihe von Souterrainlokalen 
für Magazine und Werkstätten adaptiert. 
Abb. 340. Krankenanstalt Kronprinz Rudolf-Stiftung. 
J ) Försters Allgemeine Bauzeitung. Jahrgang 1866. Jahr 
buch der Wiener k. k. Krankenanstalten. I. Jahrgang 1892.
	        
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