Krankenhäuser.
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liegen in diesem Geschosse die Räume für die Prosektur, zu welcher auch die im ersten Stocke
befindlichen Laboratorien gehören. Die Pavillons N und O sind zweigeschossig mit einem
weiteren Aufbau im westlichen Teil für Ärzte und Wartepersonale, enthalten in jedem Geschosse
einen Krankensaal für 18 Betten und entsprechende Nebenräume. Das Operationshaus ist mit dem
chirurgischen Pavillon, welcher im Stiegenhause einen Aufzug enthält, durch einen geschlossenen
Gang verbunden. Im Gebäude R befinden sich ein Turnsaal und Nebenräume für Massage
und Röntgenbehandlung. Das Ambulatoriumsgebäude S mit zwei Abteilungen enthält Warte-
und Ordinationsräume mit Bädern, das Aufnahmsgebäude K im Parterre Kanzleien, sechs Um
kleidezellen, im ersten Stocke Speisezimmer für Ärzte und Pflegerinnen, das Gebäude L endlich
das sogenannte Entlassungsbad mit einem Auskleideraum, Duschebad und Ankleideraum und
nach rückwärts zwei Kanzleien. Die Infektionsabteilung umfaßt 7 Pavillons für 17 Betten,
4 für 11 Betten, 3 für 5 Betten und 5 für 2 Betten, um eine größtmögliche Isolierung der
verschiedenen Krankheitsformen zu ermöglichen. Die Pavillons sind eingeschossig, die sieben
größten haben im westlichen Flügel einen Stockaufbau für Ärzte und Wärterinnen. Die Gebäude
sind durchwegs massiv; auf ihre leichte Desinfektion ist besonders Rücksicht genommen.
Eine besondere Aufmerksamkeit wurde der Steinzeug-Rohrkanalisation gewidmet, die bei
dem herrschenden günstigen Gefälle und reichlicher Spülung eine rasche Abfuhr gewährleistet.
Die gesamten Abwässer der Infektionsabteilung, des Leichenhauses, des chirurgischen Pavillons
und des Operationsgebäudes sind in ein System so zusammengefaßt, daß sie das Desinfektions
haus I passieren, woselbst ihnen automatisch Kalkmilch in entsprechender Menge beigemischt
wird. Pförtnerhaus, Wohnhaus, Pavillon B und Dienergebäude C haben Ofenheizung, das
Ambulatorium S Gasheizung. Für die übrigen Objekte ist Niederdruckdampf-, für das Haupt
gebäude A Recksche Schnellumlaufheizung eingeführt.
An der Einfriedung ist eine monumentale Gruppe „Opferwilligkeit“, vom Bildhauer
L. Schadler ausgeführt, zur Aufstellung gelangt.
Abb. 354. Lymphanstalt. Ebenerd.
1:600.
INSTITUTE ZUR BEKÄMPFUNG VON INFEKTIONSKRANKHEITEN.
K. k. Impfstoffgewinnungsanstalt, VIII., Laudongasse 12 (Abb. 354). 1 ) Diese Anstalt wurde
im Jahre 1892 auf dem Gartengrunde der niederösterreichischen Landes-Gebär- und Findel
anstalt erbaut. Seit dem 18. April 1898 ist mit derselben eine
öffentliche Impfstation verbunden, die in der Nähe der Anstalt
in einem Privatgebäude (VIII., Laudongasse 52) untergebracht ist.
Das freistehende Gebäude besteht aus zwei einstöckigen Seiten
flügeln, die durch einen ebenerdigen Mittelbau verbunden sind. Im
Mittelbaue befindet sich der mit allen modernen Einrichtungen für
aseptische Verreibung und Füllung des Impfstoffes ausgestattete
Operationssaal und der Abfertigungsraum, beide Räume mit Seiten-
und Oberlicht, daran schließen sich die Ställe mit darüberliegenden
Futterböden. Der übrige Teil des Erdgeschosses und das erste
Stockwerk enthalten Parteienzimmer, Kanzleien und Laboratorien.
Institut zur Gewinnung von Diphtherieheilserum (Abb. 355). 2 )
Für die Bereitung des Serums stehen im k.k. Kaiser Franz Josef-Spitale
eine Reihe von Gebäuden in Verwendung, welche auf den beim Kaiser
Franz Josef-Spitale nachträglich erworbenen Gründen errichtet wurden. Das
eigentliche Institut enthält im Erdgeschosse die Operations- und sonstigen
Arbeitsräume, im ersten Stocke weitere Arbeitsräume und Wohnungen. Im
Souterrain befindet sich die Maschinenanlage für Kälteerzeugung mittels
Ammoniak. Ferner gehören zur Anstalt Stallungen für zirka 50 Pferde,
Magazine u. s. w.
Lyssa-Institut. Gleichzeitig mit der Gründung eines Forschungsinsti
tutes für Diphtherieheilserum wurde 1894 in der k. k. Krankenanstalt Rudolf-
Stiftung in der durch Stockaufsetzung vergrößerten Prosektur dieses Spitales
ein Institut errichtet mit der Aufgabe der Anwendung der Präventivimpfungen
zur Verhütung des Ausbruches der Wutkrankheit bei von wütenden Tieren
österreichisches Sanitätswesen. 1892, Beilage zu Nr. 51. Jahresberichte 1895 1900, erschienen in
den Jahren 1896—1900 in „österreichisches Sanitätswesen“. Dr. G. Pau 1, Entwicklung der Schutzpocken
impfung in Österreich. Erschienen im Jubiläumswerk „österreichische Wohlfahrtseinrichtungen 1848-1898.
2) Jahrbuch der Wiener k. k. Krankenanstalten. 1895 und 1898.
Abb. 355. Diphtherie
heilseruminstitut.
Ebenerd. 1:600.