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Full text: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 2: Hochbau und Architektur, Plastik und Kunstsammlungen

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Humanitätsanstalten. 
Dampfwäscherei, zwei Dampfkessel und eine Dampfmaschine mit 16 Pferdestärken, die auch 
zwei das Heben des Wassers für die 32 Duschen besorgende Pumpen zu treiben hat. Für 
Trinkwasser ist aus der Hochquellenwasserleitung gesorgt. Zu Feuerlöschzwecken stehen 
23 Feuerwechsel zur Verfügung. Der von dem jetzigen Stadtbaudirektor Franz Berger ent- 
Abb. 400. Städtisches Donaustronibad an der Kronprinz Rudolf-Brücke. Querschnitt. 1:500. 
worfene und geleitete Bau der Anstalt wurde 1871 begonnen und beanspruchte 1,540.000 K, 
wovon 650.000 K auf den Unterbau entfallen. Der Betrieb wurde am 15. Mai 1876 eröffnet. 
Die jährliche Badezeit hat eine Dauer von rund 100 Tagen. Die Jahresbesucherzahl stellt sich 
auf 47.500 bis 67.800. Die anfänglich verpachtete Anstalt befindet sich gegenwärtig im städti 
schen Betriebe. 
Dem vorbeschriebenen Bade gegenüber liegt am linken Ufer des Donaustromes das 
städtische Freibad in einer 160 m langen und 32 m breiten Einbuchtung des Überschwem 
mungsgebietes. Auf letzterem bieten zwei7'0m breite 
Hütten von 28'5 m, beziehungsweise 18’5m Länge den 
männlichen, beziehungsweise weiblichen Badegästen 
Raum zum Auskleiden und zum Hinterlegen der 
Kleidung in sperrbaren Kleiderkästchen. Das Männer 
bad hat eine Wasserfläche von 60 m Länge und 
6 bis 7 m Breite; weiter gegen den Strom hin liegt 
das Schwimmbad von 56 m Länge und 10 m Breite. 
Das Frauenbad mißt 30 X 6 m. Diese drei Abteilun 
gen sind gegen den Strom hin durch an Piloten be 
festigte Flöße abgegrenzt, an welchen nach unten 
hin Schutzgitter hängen. Der Betrieb des Bades ist 
einem Pächter überlassen, welcher von der Gemeinde 
eine Jahresvergütung gegen die Verpflichtung erhält, 
das Baden, beziehungsweise Schwimmen jedermann, 
der die erforderliche Wäsche mitbringt, unentgeltlich 
zu gewähren. Für das Ausleihen von Badewäsche 
ist eine mäßige Gebühr (2 bis 10 h für ein Stück) 
festgesetzt. Außerdem darf der Pächter für die Be 
nützung gesonderter, von ihm hergestellter Kleider 
kästchen oder Zellen eine Gebühr einheben. Die Be 
sucheranzahl des Freibades beträgt im Jahre rund 60.000. 
Die Strombäder im Donaukanale (Abb. 403 bis 
406). Durch die Regulierung des Donaukanales, dessen 
Reinhaltung durch die Anlage der beiderseits berge- 
, 0 ,, ... 7 • , , • i i -11* Abb. 401. Veranda des städtischen Donaustrombades 
stellten Sammelkanale gewährleistet ist, ergab sich die an der Kronprinz Rudoif-Bmcke.
	        
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