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Full text: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 2: Hochbau und Architektur, Plastik und Kunstsammlungen

Badeanstalten. 
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4'9 m Breite. Im Erdgeschosse befinden sich die Räume für die Kaltwasserkur für Herren und 
für Damen, das Mezzanin enthält das Damendampfbad und Wannenbäder. Auch elektrische 
Bäder (mit Wechselstrom) und Kohlensäurebäder sind vorhanden. Das Kesselhaus im Souterrain 
enthält drei Kessel von 221 m' 2 Heizfläche und 10, beziehungsweise 12 Atmosphären Dampf 
spannung. Die Beschaffung des Wassers erfolgt aus einem Brunnen. Zum Zwecke der Heizung 
wird der Dampfdruck auf 2 Atmosphären verringert. Die Badeanstalt erstreckt sich zum Teil 
unter der Straße und ist dort durch Glaslichten erhellt. Technisch bemerkenswert ist die 
reiche Verwendung von Wellblechdecken. Eine Erweiterung dieses mit modernem Komfort aus 
gestatteten Bades ist im Zuge. 
Im III. Bezirke befindet sich auch das Russische Bad, Sophienbrückengasse 12, mit 
Dampf- und Wannenbädern und das Sophienbad, das unter „Saalbauten“ besprochen wird. 
Das seit einem Jahrhunderte seiner eisenhaltigen Quelle wegen bekannte Brünnlbad, 
IX., Borschkegasse 4, wurde nach völligem Umbau im Jahre 1898 neuerdings eröffnet. Es ent 
hält zu ebener Erde eine Winterschwimmhalle mit einem Wasserspiegel von 15 X 10 m unter 
einem in der Höhe der Decke des ersten Stockes gespannten zierlichen Glasdache. Die Wände 
sowie das gesamte Badebecken sind durchaus mit farbigen Fliesen verkleidet. Der Ankleide- 
raum mit 50 Zellen reiht sich in geschickter Anordnung an das Dampfbad, das mit einem 
verkachelten Warmwasserbecken von 5 X 5 m Spiegelfläche und vier im Fußboden eingelassenen 
Sonderwannen aus Beton mit Fliesen ausgestattet ist. Heißluft-, Dampfkammer und der Frottier 
raum schließen sich zweckmäßig an. Ferner sind 40 Wannenbäder I. und II. Klasse, zum Teil 
mit versenkten und mit Fliesen verkleideten Betonwannen vorhanden. Alle Räume werden 
durch Tageslicht gut erhellt und sind abends elektrisch mit Glüh-, beziehungsweise Bogen 
licht beleuchtet. Das Maschinenbaus enthält drei Tischbeinkessel mit 4 Atmosphären Dampf 
spannung und je 50 m 2 Heizfläche. Ein Dampfmotor von 12 Pferdestärken fördert aus 
einem 160 m tiefen Brunnen Wasser für die Wannenbäder und besorgt die Beheizung der Bade- 
Abb. 413. Römisches Bad. Laues und kaltes Bassin für Herren. 
räume, und zwar jene der größeren mittels Luftvorwärmung. Das Schwimmbad wird mit 
Hochquellwasser gespeist. Der Aufzug und die Wäschereianlage haben elektrischen Antrieb. 
Die Anstalt wurde von Stadtbaumeister Klinenberg erbaut.
	        
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