Rettungs- und Sanitätswesen.
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Feuerwehr wesentlich verbessert. Die Errichtung des Feuerwehrtelegraphen im Jahre 1855 erleichterte und
beschleunigte die Feuermeldung und gestattete in der Folge rasches Verfügen über die nun dezentralisierten
Hilfskräfte der Feuerwehr. Die Erbauung der Kaiser Ferdinands- und der Kaiser Franz Josefs-Hochquellen
wasserleitung und die Errichtung zahlreicher öffentlicher Wasserentnahmestellen (Hydranten) ermöglichte
der Feuerwehr ein wesentlich wirksameres Eingreifen bei Bränden.
Trotz dieser Fortschritte in der Ausgestaltung der Löschvorkehrungen und der weiteren Erhöhung
des Mannschaftsstandes auf 245 Mann zeigten die Ereignisse beim Brande des Ringtheaters am 8. Dezem
ber 1881 die Unzulänglichkeit der vorhandenen Einrichtungen. Im Jahre 1834 wurde dann die Trennung
der Feuerwehr vom Stadtbauamte, die Ernennung eigener Offiziere für die Feuerwehr verfügt und derselben
der Charakter einer Berufsfeuerwehr gegeben. Der Gesamtstand an Offizieren und Mannschaft wurde mit
269 Mann festgesetzt. Die fortschreitende bauliche und räumliche Entwicklung der Stadt machten in der
Folge die Errichtung neuer und die Verstärkung bestehender Feuerwachen wie auch die weitere Erhöhung
des Mannschaftsstandes nötig, so daß der letztere im Jahre 1897 bereits 448 Mann betrüg.
Die Zentralfeuerwache befindet sich in den Gebäuden Am Hof Nr. 9 und 10, welche im
Jahre 1562 als Zeughaus erbaut und von denen später das Haus Nr. 9 als Unterkammeramt
bezeichnet wurde. Im Jahre 1732 erfolgte ein Umbau beider Häuser nach den Plänen des
städtischen Zeugwarts und Architekten Antonio Ospel und im Jahre 1820 die Schaffung eines
neuen „Löschrequisitorium“ im Zeughause. Nach Vollendung des neuen Rathauses (1884)
wurden die Amtsräumc des Stadtbauamtes und das städtische Waffenmuseum dorthin verlegt
und die beiden Gebäude Am Hof fast ausschließlich den Zwecken der Feuerwehr gewidmet.
Es ist selbstverständlich, daß trotz wiederholter Adaptierungen diese fast 200 Jahre alten
Gebäude den Ansprüchen, die an eine moderne Feuerwehrkaserne gestellt werden, nicht mehr
entsprechen, doch ist anderseits die zentrale Lage derselben ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
Außer dieser Zentrale bestehen noch eine Hauptfeuerwache im V. Bezirke, dreizehn Zugswachen
in den Bezirken II bis XI und XX und drei Hausfeuerwachen. In den übrigen Bezirken be
stehen freiwillige Feuerwehren, deren Wachlokale von der Berufsfeuerwehr mit Telegraphisten
und Maschinisten versehen sind.
Abb. 414. Die Zentralstation der städtischen Feuerwehr, I., Am Hof.