Gebäude für das gemeinsame Heer.
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sprach genommen, der große, damals dreigeschossige
Trakt an der Stiftgasse erbaut und darin die Savoysche
Ritterakademie eingerichtet, an deren Stelle später, mit
einigen Unterbrechungen, die Ingenieurakademie trat.
Zu dieser gehörte das Akademiehauptgebäude in der
Stiftgasse mit der gegen die Siebensterngasse anschließenden
gedeckten Reitschule und einigen kleinen
Nebenobjekten, dann der zweistöckige sogenannte
Mosertrakt an der Mariahilferstraße, in welchem sich
früher die Chaos-Stiftung befand, ferner der den
großen Garten östlich begrenzende Sappeurtrakt mit
anschließendem Stalltrakte und endlich die als Teil
der Savoyschen Stiftung vom Architekten Hcnrici erbaute
Stiftkirche, die mit ihrem, durch besondere
Eleganz ausgezeichneten, barocken Turmhelme zum
Wahrzeichen und zur besonderen Zierde der Mariahilferstraße
geworden ist (siehe Kirchenbauten).
Als im Jahre 1850 die Ingenieurakademie unter
dem Namen „Genieakademie“ nach Klosterbruck bei
Znaim kam, wurden ihre hiesigen Gebäude zu Kasernzwecken
als „Stiftkaserne“ verwendet und in dem
zum Hofe gewordenen Garten ein viergeschossiger
Kasernentrakt, der sogenannte Mitteltrakt, erbaut.
Bei der Vereinigung der Genieakademie mit der
in Mährisch-Weißkirchen bestandenen Artillerieakademie
zur „Technischen Militärakademie“ (1869) wurde
dieser das alte Hauptgebäude in der Stiftgasse zugewiesen
und demselben ein viertes Stockwerk aufgesetzt.
Bald darauf wurde ein Vorschlag des Baurates
Karl Freiherrn von Schwarz, den Mosertrakt durch
Umbau rentabler zu machen, von der Heeresverwaltung
angenommen und dieses Projekt in den Jahren
1873—1875 ins Werk gesetzt. Hiernach blieben die
Mietzinse der Räume im Tiefparterre, Erdgeschoß und
Mezzanin (exklusive der Brennmaterialdepots für die
Wohnungen und Kanzleien der oberen Stockwerke)
dem Unternehmer auf 30 Jahre zur Verzinsung und
Amortisation des Baukapitals überlassen. Der Umbau
wurde nach den Plänen des Architekten Eugen Schweigel
und unter seiner Leitung ausgeführt und kostete
2,200.000 K. An der kräftig betonten Hauptfassadc in ■ ^ , u n
der Mariahilferstraße war das Zusammenziehen je dreier Fensterachsen zu einer, Erdgeschoß
und Mezzanin umfassenden großen Arkade ein glücklicher Griff, durch den im Verein mit
wirksamen Risalitanordnungen sowie Hervorhebung der beiden großen Toreinfahrten mittels
freistehender Säulenpaare jede Monotonie in der 145'6ni langen Fassade vermieden winde.
Der Sappeurtrakt und der Mitteltrakt verblieben als Infanteriekaserne bis zur Errichtung
der Infanterie-Kadettenschule, die, im Jahre 1875 hierher verlegt, bis zur Vollendung des für
sie bestimmten Neubaues hier verblieb. Die oberen Geschosse des neuen Mosertraktes wurden
für Kanzleien des General-Bauingenieurs und von Truppenstäben sowie für Wohnungen von
Offizieren und Beamten bestimmt. .
An den von der Technischen Militärakademie belegten Räumlichkeiten wurden im
Laufe der Jahre fortwährend Verbesserungen vorgenommen, um sie pädagogischen wie
hygienischen Anforderungen entsprechender zu machen; da es aber nicht möglich war, auf
diesem Wege einen Zustand zu erreichen, bei dem allen modernen Erfordernissen einer
militärischen Hochschule genüge geleistet worden wäre, entschloß sich die Heeresverwaltung,
für die Akademie auf einem großen Baugrunde bei Mödling mit einem Kostenaufwande
von 5,000.000 K einen weitläufigen Neubau aufzuführen, der im Jahre 1904 fertiggestellt und
bezogen wurde.
Abb. 428. Tor der Stiftkaserne im VIl. Bezirke.
a Sappeurtrakt, c Mosertrakt. f Haupttrakt,
b Mitteltrakt. d Stallgebäude, n Kirche.
Abb 429. Lageplan der Stiftkaserne im VII. Bezirke.
1:5000.