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Full text: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 2: Hochbau und Architektur, Plastik und Kunstsammlungen

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Gebäude für Vergnügungen und Sport. 
bestehenden Mängel ist damit aber nicht erreicht worden. Die Kosten des Hof-Burgtheaterbaues 
belaufen sich auf zirka 9,000.000 K.') 
Das Theater an der Wien, VI., Magdalenenstraße 8 (Abb. 482 und 490), 
wurde in den Jahren 1797—1801 erbaut. Auf Veranlassung des Direktors Fr. Pokorny erfuhr 
dasselbe 1845 durch C. Latzei eine Umgestaltung, indem gleichzeitig die Versenkung unter der 
Bühne, die Meißner-Heizung und die Gasbeleuchtung eingerichtet wurden. Das Papageno-Portal 
bei dem Eingang zu den 
Logen in der Millöcker 
gasse stammt noch aus 
der Zeit der ersten 
Anlage her. Das Audi 
torium hat außer dem 
Parterre noch drei 
Ränge. Der Fassungs 
raum beträgt 1336 Per 
sonen, die sich auf 
26 Logen, 930 Sperr 
sitze, 90 unnumerierte 
Sitzplätze und 212 Steh 
plätze verteilen. Im 
Jahre 1883 wurde das 
Theatergebäude mit ei 
ner Warmluftheizung 
und einer Ventilations 
einrichtung versehen. 
Die ziemlich geräumige 
Bühne besitzt eine Pro 
szeniumsöffnung von 
14’5 m Breite. Die Bühne 
und die Künstlergarde 
roben wurden 1904 
mit einer Niederdruck 
dampfheizung versehen. 
Das Theater ist 
seither wiederholt re 
konstruiert worden; so 
wurde im Jahre 1900 
die vierte Galerie ent 
fernt und im Jahre 1902 
an Stelle des Vorder 
hauses ein neues, vier 
Stock hohes Zinshaus 
nach den Plänen der 
Architekten Fellner und 
Helmer ausgeführt. Abb. 4SI. Hof-Burgtheater. Große Logentreppe. 
Das Carl-Theater, N. ; Praterstraße 31 (Abb. 483 und 491). 
Das früher an dieser Stelle bestandene Theatergebäude wurde im Jahre 1847 ab°-etrao-en 
und der Neubau nach den Plänen der Architekten Siccardsburg und van der Nüll^ binnen 
der erstaunlich kurzen Zeit von sechs Monaten von Direktor Carl (Karl Bernbrunn) ausgeführt 
und am 10. Dezember desselben Jahres als „Carl-Theater“ eröffnet. 
Der Zuschauerraum wurde im Jahre 1895 unter Direktor Jauner nach den Plänen des 
Architekten Weymann umgestaltet, wobei der vierte Rang entfernt und eine neue Decke her- 
gestellt wurde. Das Theater ist seit dem Jahre 1883 mit einer Heißwasserheizung und 
') Semper, Theater. Handbuch der Architektur. Wochenschrift des Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines. 1888.
	        
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