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Gebäude für Vergnügungen und Sport.
Für die Fassadenarchitektur wurde die italienische Renaissance gewählt. Vor dem Theater
erhebt sich das von Fr. Vogl ausgeführte Raimund-Denkmal. 1 )
Das Raimund-Theater, VI., Wallgasse (Abb. 487, 494 und 495).
Dieses von einem Vereine gegründete und nach den Plänen des Architekten Franz Roth
erbaute Theater wurde Ende November 1893 nach zirka zehnmonatlicher Bauzeit eröffnet.
Wie der Urundriß, dem das System Asphaleia zugrunde liegt, zeigt, ist der Korridor des Zu
schauerraumes in zwei Zonen geteilt. Die eine bildet das 6 m breite Vestibül und die Kleider
ablage, ist taghell und hat neben dem Hauptzugange noch zwei auf die Straße führende Aus-
gange; neben diesen haben die beiden zum ersten Range führenden Treppenarme ihre Zu-
gangstüren. Die andere Zone besteht aus den beiden schmalen „Korridoren“. Durch diese
Verschmälerung war es möglich, die aus sich kreuzenden Armen gebildeten Doppeltreppen
für den ersten und zweiten Rang anzugliedern.
Der Zuschauerraum besteht aus Parkett, erstem und zweitem Range. Nur im ersten und
zweiten Range sind je zwei Proszeniumslogen angeordnet; als sich später das Bedürfnis nach
mehr Logen ergab, wurden im ersten Range noch einige offene Logen eingebaut. Der erste
cang ist stark über das Parkett vorgebaut und die Decke des Zuschauerraumes muschelförmig
gestaltet, welche Form sich als gut akustisch erwiesen hat.
^ ^no S faßt 1641 Personen - Davon entfallen 690 auf das Parkett, 453 auf den ersten
und 498 auf den zweiten Rang. Die große Anzahl Parkettsitze wurde dadurch erzielt, daß
auch das Orchester in einer Tiefe von viereinhalb Reihen überbaut wurde. Das Bühnenhaus
^t wohl zufolge des geringen Ausmaßes der Baustelle gleichfalls aufs äußerste eingeschränkt
und entbehrt infolge der Forderung, daß das Theatergebäude mindestens 15 m von dem Nach
barobjekte entfernt sein muß, einer Flinterbühne. 2 )
’\ /W 0st . cl ;reichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines. 1888.
) Zeitschrift des österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines. 1893. Sei
mp er, Handbuch der Architektur.