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Full text : Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 2: Hochbau und Architektur, Plastik und Kunstsammlungen

Paläste  und  herrschaftliche  Wohngebäude.

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durch  Galerien  verbunden,  die  in  den  Flügelpavillons  untergebrachten  Räume  für  Kunstsammlungen ­
  anschließen.  Im  Stiegenhause  befinden  sich  drei  Gemälde  Tiepolos  aus  dem  Palazzo
Dolfini  in  Venedig.
Palais  Adolf  Ritter  von  Schenk,  IV.,  Theresianumgasse  21.  Dasselbe  wurde  in  den  Jahren
1888—1890  nach  den  Entwürfen  der  Architekten  Fellner  und  Helmer  erbaut.  Die  in  der
Theresianumgasse  angelegte  Einfahrt  führt  zu  einem  oktogonalen  Vestibüle,  von  welchem
man  zu  einer  großen,  von  Säulen  getragenen  Halle  und  zu  der  zum  ersten  Stocke  führenden
Haupttreppe  gelangt.  Das  Hauptgeschoß  nimmt  die  um  ein  großes  Atrium  gruppierten  Salons
und  Speisesäle,  sowie  die  Küchenräume  auf.  Im  zweiten  Stocke  und  im  Erdgeschosse  sind
die  Wohnräume  untergebracht.  Die  Fassaden  sind  in  Stein  ausgeführt.
Palais  des  Freiherrn  Albert  von  Rothschild,  IV.,  Heugasse  26  (Abb.  597  bis  599).^
Die  von  dem  französischen  Architekten  M.  Destailleur  in  den  Jahren  1879—1884  geschaffene ­
  Anlage  besteht  aus  dem  an  der  Ecke  der  Plösselgasse  und  der  Heugasse  gelegenen
und  hinter  die  Flucht  der  letzteren  Gasse  zurückgeschobenen  Palaste  und  einem  Dienstgebäude, ­
  das  sich  in  der  Heugasse  an  einen  zirka  30  m  tiefen  und  45  m  langen,  dem  Hauptgebäude ­
  vorgelagerten  Ehrenhof  anschließt.  Der  Ehrenhof  ist  gegen  die  beiden  Straßenfronten
durch  schmiedeeiserne  Gitter  abgeschlossen  und  im  Zuge  der  Heugasse  durch  kleine  Pavillons
lankiert,  welche  Wohnungen  für  den  Portier  und  Dienerschaft  aufnehmen.  Aus  der  gedeckten
Unterfahrt  gelangt  man  in  ein  gewölbtes  Vestibül  und  von  diesem  zu  dem  in  edelstem
Materiale  ausgeführten  und  mit  vier  großen  Gobelins,  Spiegeln  und  Wandgemälden
geschmückten  Stiegenhause.  Im  Erdgeschosse  befinden  sich  Fremdenzimmer  und  einige  Salons,
im  ersten  Stocke,  als  dem  Hauptgeschosse,  die  Wohn-  und  Empfangsräume.  Die  Innenräume
sind  zumeist  im  Stile  Louis  XV.  ausgestattet  und  mit  Deckengemälden  von  Tiepolo  und
Jean  de  Witt  geschmückt.  Das  Hauptgeschoß  ist  durch  eine  hölzerne  Treppe  mit  dem  zweiten
Stocke  verbunden,  in  welchem  sich  die  Räume  für  die  Kinder  befinden.  Außerdem  vermitteln
zwei  kleinere  steinerne  Stiegen  den  Verkehr  zwischen  allen  Geschossen.

Abb.  601.  Palais  des  Freiherrn  Alfons  von  Rothschild,  IV.,  Theresianumgasse.  Gassenseite.

Palais  des  Freiherrn  Alfons  von  Rothschild,  IV.,  Theresianumgasse  (Abb.  600  bis  602).
Der  von  vier  Straßen  begrenzte  Besitz  umfaßt  einen  herrlichen  Park  und  in  der  Flucht
der  Theresianumgasse  einen  im  wesentlichen  in  drei  Teile  gegliederten  Gebäudekomplex.  In
den  Jahren  1871  —1878  für  den  damaligen  Besitzer,  Freiherrn  Nathaniel  von  Rothschild,  durch
den  Pariser  Architekten  Jean  Girette  erbaut,  bestehen  die  Gebäude  aus  einem  der  Alleegasse
zunächstliegenden  Teile,  der  zur  Aufnahme  der  reichen  Kunstsammlungen  dient,  dem  zwei
Stockwerke  hohen  Wohngebäude  und  dem  der  Ecke  der  Schmöllerlgasse  zugewendeten  Ver-’)

  Wiener  Neubauten.  Herausgegeben  von  Ludwig  Tischler.  Wien,  Ad.  Lehmann.
            
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