Paläste und herrschaftliche Wohngebäude.
399
durch Galerien verbunden, die in den Flügelpavillons untergebrachten Räume für Kunstsammlungen
anschließen. Im Stiegenhause befinden sich drei Gemälde Tiepolos aus dem Palazzo
Dolfini in Venedig.
Palais Adolf Ritter von Schenk, IV., Theresianumgasse 21. Dasselbe wurde in den Jahren
1888—1890 nach den Entwürfen der Architekten Fellner und Helmer erbaut. Die in der
Theresianumgasse angelegte Einfahrt führt zu einem oktogonalen Vestibüle, von welchem
man zu einer großen, von Säulen getragenen Halle und zu der zum ersten Stocke führenden
Haupttreppe gelangt. Das Hauptgeschoß nimmt die um ein großes Atrium gruppierten Salons
und Speisesäle, sowie die Küchenräume auf. Im zweiten Stocke und im Erdgeschosse sind
die Wohnräume untergebracht. Die Fassaden sind in Stein ausgeführt.
Palais des Freiherrn Albert von Rothschild, IV., Heugasse 26 (Abb. 597 bis 599).^
Die von dem französischen Architekten M. Destailleur in den Jahren 1879—1884 geschaffene
Anlage besteht aus dem an der Ecke der Plösselgasse und der Heugasse gelegenen
und hinter die Flucht der letzteren Gasse zurückgeschobenen Palaste und einem Dienstgebäude,
das sich in der Heugasse an einen zirka 30 m tiefen und 45 m langen, dem Hauptgebäude
vorgelagerten Ehrenhof anschließt. Der Ehrenhof ist gegen die beiden Straßenfronten
durch schmiedeeiserne Gitter abgeschlossen und im Zuge der Heugasse durch kleine Pavillons
lankiert, welche Wohnungen für den Portier und Dienerschaft aufnehmen. Aus der gedeckten
Unterfahrt gelangt man in ein gewölbtes Vestibül und von diesem zu dem in edelstem
Materiale ausgeführten und mit vier großen Gobelins, Spiegeln und Wandgemälden
geschmückten Stiegenhause. Im Erdgeschosse befinden sich Fremdenzimmer und einige Salons,
im ersten Stocke, als dem Hauptgeschosse, die Wohn- und Empfangsräume. Die Innenräume
sind zumeist im Stile Louis XV. ausgestattet und mit Deckengemälden von Tiepolo und
Jean de Witt geschmückt. Das Hauptgeschoß ist durch eine hölzerne Treppe mit dem zweiten
Stocke verbunden, in welchem sich die Räume für die Kinder befinden. Außerdem vermitteln
zwei kleinere steinerne Stiegen den Verkehr zwischen allen Geschossen.
Abb. 601. Palais des Freiherrn Alfons von Rothschild, IV., Theresianumgasse. Gassenseite.
Palais des Freiherrn Alfons von Rothschild, IV., Theresianumgasse (Abb. 600 bis 602).
Der von vier Straßen begrenzte Besitz umfaßt einen herrlichen Park und in der Flucht
der Theresianumgasse einen im wesentlichen in drei Teile gegliederten Gebäudekomplex. In
den Jahren 1871 —1878 für den damaligen Besitzer, Freiherrn Nathaniel von Rothschild, durch
den Pariser Architekten Jean Girette erbaut, bestehen die Gebäude aus einem der Alleegasse
zunächstliegenden Teile, der zur Aufnahme der reichen Kunstsammlungen dient, dem zwei
Stockwerke hohen Wohngebäude und dem der Ecke der Schmöllerlgasse zugewendeten Ver-’)
Wiener Neubauten. Herausgegeben von Ludwig Tischler. Wien, Ad. Lehmann.