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Full text: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 2: Hochbau und Architektur, Plastik und Kunstsammlungen

Paläste und herrschaftliche Wohngebäude. 
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Palais Friedrich Böhler, IV., Theresianumgasse 27. Das nach dem Entwürfe des Archi 
tekten Karl König in den Jahren 1904—1905 erbaute Haus besitzt — von der Durchfahrt 
zugänglich — zwei Stiegen, von welchen die linksseitig gelegene und mit Oberlicht erhellte 
Prachttreppe nur bis zum ersten Stocke führt, während die rechtsseitige Stiege den Verkehr 
durch alle Stockwerke vermittelt. Das Hochparterregeschoß und der erste Stock enthalten die 
Wohnung der Herrschaft; in dem nur straßenseitig aufgeführten zweiten Stockwerke befinden 
sich ein geräumiges Billard- und Fremdenzimmer. Die mit einem Erker gezierte, durch feine 
Formengebung ausgezeichnete, 24'5 m lange Fassade ist in Stein ausgeführt. Bei einer ver 
bauten Fläche von beiläufig 570 m 2 beliefen sich die Baukosten auf rund 320.000 K. 
Palais Karl Probst, IV., Theresianumgasse 23. Im Hauptgeschosse des vom Architekten 
Karl König 1891 — 1892 erbauten Hauses sind die Empfangsräume der Straßenfront, die eigent 
lichen Wohnräume der Gartenfront zugewendet. Zwischen diesen beiden Trakten befinden sich 
die Küche mit Nebenräumen und die schöngeformte Hauptstiege samt einer Nebentreppe. 
Beide Stiegen sind im Erdgeschosse von einer gewölbten Durchfahrt zugänglich. Die vierge 
schossige Fassade ist durch einen im Korbbogen vorspringenden Erker und durch ein großes, 
reich geschmücktes Atelierfenster in der Mansarde ausgezeichnet. Der figurale Schmuck wurde 
von Theodor Friedl ausgeführt. Die Baukosten beliefen sich bei einer verbauten Fläche von 
zirka 610 m 2 auf rund 340.000 K. 
Palais Dr. Max Landau, IV., Heugasse 60. Das auf einer zirka 22 m breiten und zirka 
47 m tiefen Parzelle von Architekt Karl König erbaute Palais nimmt bei einer verbauten Fläche 
von 542 m 2 nur ungefähr 52% der Grundfläche in Anspruch. Es enthält außer einem Souterrain 
ein Parterregeschoß mit breiter Durchfahrt und Bureauräumlichkeiten, ein Hauptgeschoß mit 
der um eine zentral angelegte dreiarmige Haupttreppe gruppierten Wohnung der Herrschaft 
und ein Obergeschoß, das die Küche, Dienerzimmer und mehrere Fremdenzimmer aufnimmt. 
Besonders zu bemerken ist die opulente Anlage der nur bis zum ersten Stocke führenden 
Haupttreppe, die sowohl durch Seiten- als auch durch Oberlicht eine reichliche Beleuchtung 
erhält. Die in Mannersdorfer und Stotzinger Stein ausgeführte Fassade zeigt vornehme Einfach 
heit und wohlabgewogene Verhältnisse. Bauzeit: 1900—1901. Baukosten zirka 350.000 K. 
Palais Ernst Wahliss, IV., Alleegasse 21. 1 ) Das durch den Architekten Heinrich Adam 
in den Jahren 1882—1883 in dem Garten des demselben Besitzer gehörigen Miethauses, 
IV., Alleegasse 21, erbaute Palais ist im Stile Louis XV. erbaut. Die Fassaden sind größten 
teils aus Stein hergestellt, die Fensterumrahmungen enthalten Porzellanfriese. Die Innenräume 
sind mit Stukko- und Holzdekorationen versehen. 
Palais Rudolf Freiherr von Isbary, IV., Schmöllerlgasse 2. Das nach dem Entwürfe des 
Architekten Karl Mayreder in den Jahren 1901 —1902 ausgeführte Haus besteht aus Parterre, 
zwei Stockwerken und Mansarde. Die 26’5 m lange Straßenfassade ist in Stein, die Hoffassade 
Abb. 603. Palais Redlich, 
III., Richardgasse 3. Erster 
Stock. 1:800. 
Abb. 604. Palais Othon Baron Bourgoing, Abb. 605. Palais des Grafen Lützow, 
III., Metternichgasse 8. Ebenerd. 1:800. I., Giselastraße 13. Erster Stock. 1:800. 
mit glasierten Klinkersteinen hergestellt. Die Innenräume sind reich ausgestattet. Besonders 
bemerkenswert ist die bis zum ersten Stocke führende Haupttreppe. Die verbaute Fläche 
beträgt 478 m 2 . 
Palais Theodor Redlich, III., Richardgasse 3 (Abb. 603). Die Fassade des von dem Archi 
tekten Karl König in den Jahren 1900—1901 erbauten Hauses tritt nur mit dem an der linken 
Seite angeordneten, 7 - 5 m breiten Risalite bis zur Baulinie vor, während sie in der verblei- 
] ) Wiener Neubauten. Bd. III. 
Bd. II. 
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