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Full text : Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 2: Hochbau und Architektur, Plastik und Kunstsammlungen

Katholische  Kirchen  des  Mittelalters.

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Joh.  Jos.  Bock  um  1640  in  schwarzem  polnischen  Marmor  ausgeführte  Hochaltar  mit  einem
Altarblatt  seines  Bruders  Tobias  Bock.  Auch  das  Altarblatt  in  der  Barbarakapeile  von  Altomonte,
  von  dem  auch  die  Deckenbilder  in  der  Sakristei  herrühren,  verdient  besondere  Beachtung.
Das  im  Jahre  1894  enthüllte  Starhemberg-Denkmal  (siehe  Abschnitt:  Denkmale)  wurde  zum
Gedächtnis  an  die  200jährige
  Feier  der  Rettung  Wiens
aus  der  Türkennot  (1683)
von  Wiener  Bürgern  errichtet ­
  und  ist  ein  Werk  Professor ­
  Edmund  Hellmers,
der  bei  einer  1881  vom
Kultusministerium  ausgeschriebenen ­
  Konkurrenz
den  ersten  Preis  erhielt.
Die  romantische  Bewegung ­
  des  19.  Jahrhunderts ­
  hat  auch  den  St.  Stephans-Dom ­
  in  Mitleidenschaft ­
  gezogen.  Glücklicherweise ­
  behütete  die
reservierte  Haltung  der
Finanzverwaltung  den  Dom
vormanchem  Unheil.  Nach
der  in  den  Jahren  1842
bis  1844  erfolgten  Wiederherstellung ­
  der  Turmspitze
wollte  der  um  die  Ausführung ­
  dieser  Arbeit  verdiente ­
  Wasserbauinspektor
J.  Baumgartner  den  voll-  Abb.  31.  Stephansdom,  Reliefbild  (Christus  am  ölberg)  an  der  Südseite  des  Chores,
ständigen  Ausbau  ganz
energisch  durchführen;  zunächst  den  Ausbau  der  sieben  Giebel,  den  Umbau  der  Hauptfassade
in  gotischem  Stil  mit  einem  Aufwand  von  80.000  Gulden  und  den  Ausbau  des  Nordturmes  mit
einer  Bausumme  von  1  Million  Gulden.  Der  damalige  Fürsterzbischof  Milde  hielt  für  noch  dringender ­
  die  Entfernung  sämtlicher  Barockaltäre  und  Einbauten,  den  Hochaltar  nicht  ausgenommen,
und  Ersatz  derselben  durch  neue,  stilgerechte  Kunstwerke  nach  den  Plänen  der  Architekten
Rösner  und  Riwnatz.  Die  zur  Deckung  der  erforderlichen  215.000  Gulden  verlangte  Staatshilfe  blieb
aus.  So  wie  Milde  war  auch  sein  Nachfolger,  Kardinal  Rauscher,  erfüllt  von  edler  Begeisterung
für  die  Pläne  der  Wiederherstellung  der  ursprünglichen  Gestalt  und  der  Vollendung
St.  Stephans,  und  brachte  sie  durch  Gründung  des  Dombaukomitees  1858  ihrer  Verwirklichung ­
  näher.  Der  im  selben  Jahre  zum  Dombaumeister  bestellte  Architekt  Leop.  Ernst  hielt
für  seine  nächste  Aufgabe  eine  würdige  Ausstattung  der  Westfassade,  „die  in  ihren  plumpen,
unansehnlichen  Massen  mit  dem  Reichtum  des  ganzen  Kirchenbaues  nur  unangenehm  kontrastiert“, ­
  und  wies  vor  allem  darauf  hin,  daß  „die  Einheit  des  ganzen  Inneren  auf  das  widerlichste ­
  gestört  werde  durch  die  römisch-zopfigen  Altäre  und  andere  Einbauten“  und  daß  diese
ästhetischen  Schäden  nicht  minder  dringend  nach  Abhilfe  verlangen  als  die  allseits  anerkannten
Baugebrechen.  Alle  Vorarbeiten  zur  Entfernung  der  Barockaltäre  waren  getroffen  (auch  die
Mittel  waren  gesichert),  als  die  zur  äußersten  Notwendigkeit  gewordene  Abtragung  des  Turmhelmes ­
  alle  verfügbaren  Mittel  in  Anspruch  nahm.  Während  der  Arbeiten  am  Südturm  starb
Ernst  1862  und  der.schon  seit  1860  dem  Komitee  angehörige  Architekt  Fr.  Schmidt  wurde
sein  Nachfolger,  würdig  seiner  größten  Vorgänger  aus  dem  Mittelalter.  Der  Südturm  wird  1872
vollständig  beendet,  und  auf  Wunsch  des  Kardinals  Rauscher,  der  es  „für  eine  Ehrensache
Österreichs“  Hielt,  den  Nordturm  auszubauen,  verfaßte  Schmidt  ein  Projekt  hierfür  mit  einem
Kostenerfordernis  von  650.000  Gulden.  An  der  Höhe  der  Kosten  scheiterte  der  Plan.  Durch  die
Gründung  des  Dombauvereines  1880  werden  die  Restaurationsarbeiten  in  einen  ruhigen  Fluß
planmäßigen  Fortschreitens  gebracht.  In  den  Jahren  1881  —1889  wird  die  Restauration  des
Inneren  mit  sorgsamer  Wahrung  des  Bestehenden  durchgeführt.  In  das  Jahr  1882  fällt  ein
Projekt  für  die  Wiederherstellung  des  romanischen  Westportals,  für  das  bis  in  die  jüngste  Zeit
            
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