Katholische Kirchen des Mittelalters.
37
Joh. Jos. Bock um 1640 in schwarzem polnischen Marmor ausgeführte Hochaltar mit einem
Altarblatt seines Bruders Tobias Bock. Auch das Altarblatt in der Barbarakapeile von Altomonte,
von dem auch die Deckenbilder in der Sakristei herrühren, verdient besondere Beachtung.
Das im Jahre 1894 enthüllte Starhemberg-Denkmal (siehe Abschnitt: Denkmale) wurde zum
Gedächtnis an die 200jährige
Feier der Rettung Wiens
aus der Türkennot (1683)
von Wiener Bürgern errichtet
und ist ein Werk Professor
Edmund Hellmers,
der bei einer 1881 vom
Kultusministerium ausgeschriebenen
Konkurrenz
den ersten Preis erhielt.
Die romantische Bewegung
des 19. Jahrhunderts
hat auch den St. Stephans-Dom
in Mitleidenschaft
gezogen. Glücklicherweise
behütete die
reservierte Haltung der
Finanzverwaltung den Dom
vormanchem Unheil. Nach
der in den Jahren 1842
bis 1844 erfolgten Wiederherstellung
der Turmspitze
wollte der um die Ausführung
dieser Arbeit verdiente
Wasserbauinspektor
J. Baumgartner den voll- Abb. 31. Stephansdom, Reliefbild (Christus am ölberg) an der Südseite des Chores,
ständigen Ausbau ganz
energisch durchführen; zunächst den Ausbau der sieben Giebel, den Umbau der Hauptfassade
in gotischem Stil mit einem Aufwand von 80.000 Gulden und den Ausbau des Nordturmes mit
einer Bausumme von 1 Million Gulden. Der damalige Fürsterzbischof Milde hielt für noch dringender
die Entfernung sämtlicher Barockaltäre und Einbauten, den Hochaltar nicht ausgenommen,
und Ersatz derselben durch neue, stilgerechte Kunstwerke nach den Plänen der Architekten
Rösner und Riwnatz. Die zur Deckung der erforderlichen 215.000 Gulden verlangte Staatshilfe blieb
aus. So wie Milde war auch sein Nachfolger, Kardinal Rauscher, erfüllt von edler Begeisterung
für die Pläne der Wiederherstellung der ursprünglichen Gestalt und der Vollendung
St. Stephans, und brachte sie durch Gründung des Dombaukomitees 1858 ihrer Verwirklichung
näher. Der im selben Jahre zum Dombaumeister bestellte Architekt Leop. Ernst hielt
für seine nächste Aufgabe eine würdige Ausstattung der Westfassade, „die in ihren plumpen,
unansehnlichen Massen mit dem Reichtum des ganzen Kirchenbaues nur unangenehm kontrastiert“,
und wies vor allem darauf hin, daß „die Einheit des ganzen Inneren auf das widerlichste
gestört werde durch die römisch-zopfigen Altäre und andere Einbauten“ und daß diese
ästhetischen Schäden nicht minder dringend nach Abhilfe verlangen als die allseits anerkannten
Baugebrechen. Alle Vorarbeiten zur Entfernung der Barockaltäre waren getroffen (auch die
Mittel waren gesichert), als die zur äußersten Notwendigkeit gewordene Abtragung des Turmhelmes
alle verfügbaren Mittel in Anspruch nahm. Während der Arbeiten am Südturm starb
Ernst 1862 und der.schon seit 1860 dem Komitee angehörige Architekt Fr. Schmidt wurde
sein Nachfolger, würdig seiner größten Vorgänger aus dem Mittelalter. Der Südturm wird 1872
vollständig beendet, und auf Wunsch des Kardinals Rauscher, der es „für eine Ehrensache
Österreichs“ Hielt, den Nordturm auszubauen, verfaßte Schmidt ein Projekt hierfür mit einem
Kostenerfordernis von 650.000 Gulden. An der Höhe der Kosten scheiterte der Plan. Durch die
Gründung des Dombauvereines 1880 werden die Restaurationsarbeiten in einen ruhigen Fluß
planmäßigen Fortschreitens gebracht. In den Jahren 1881 —1889 wird die Restauration des
Inneren mit sorgsamer Wahrung des Bestehenden durchgeführt. In das Jahr 1882 fällt ein
Projekt für die Wiederherstellung des romanischen Westportals, für das bis in die jüngste Zeit