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Wohngebäude.
Prater.
Auch der Prater wurde in den Achtzigerjahren des 19. Jahrhunderts dem Familienhausbau
eröffnet, als Graf Harnoncourt sich sein reizendes Schlößchen durch den Architekten
O. Hieser dort erbauen ließ. Die hübsche Silhouette des ganzen Gebäudes, der charakteristische
Turm sind gut in die Praterlandschaft hineingedacht, die schöne Detaildurchbildung
die reiche Ausgestaltung des Inneren zeigen von dem' vornehmen Geschmack des Bauherrn
und des leider so früh verstorbenen Architekten (Abb. 716, 717).
Etwas später folgte hier das Familienhaus des Fürsten Alois Liechtenstein, welches
Architekt Franz Ritter von Neumann in der ihm eigenen eleganten Frührenaissance durchführte.
Im Prater kamen auf den Hasenauerschen und Rothschen Gründen noch einige villenartige Gebäude
zur Ausführung, aber der größte Teil der zur Verbauung gekommenen Gründe in der
Ausstellungsstraße, in der Engerthstraße u. a. wurden der geschlossenen Bauweise ausgeliefert.
Es entstanden da vielstöckige Zinshäuser mit armseligen Vorgärten und der Villenbau blieb
hauptsächlich auf die westlichen und nordwestlichen Gebiete Wiens beschränkt. Viele Wiener
ziehen es eben vor, die ferner gelegenen schönen Ortschaften an der Westbahn, an der
Südbahn bis zum Semmering hinauf und in die Seitentäler von Payerbach hinein aufzusuchen
und ihre Landhäuser dort oder an den Salzkammergutseen oder in Tirol zu erbauen.
Anton Weber.