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Denkmale und Brunnen.
infolge der strengen und kühlen akademischen Formengebung in seiner antiken Behandlung
wenig günstig zu seiner Umgebung. Im Kaisergarten ist Kaiser Franz I. noch ein Reiterdenkmal
errichtet worden, welches nach einem Modelle von Moll in Bronze gegossen ist (Abb. 754).
Mit dem Namen Fernkorn ist in Wien eine Reihe der schönsten upd populärsten Denkmale
verknüpft, welche auch hier gegossen werden konnten, da durch Fernkorns Einfluß die
k. k. Kunst-Erzgießerei in Wien entstand,
deren erster Leiter er war. So ließ Kaiser
Franz Josef I. auf dem Äußeren Burg
platze 1859 dem heldenmütigen Feldherrn
Erzherzog Karl (Abb. 769), 1860 dem
ruhmreichen Sieger Prinz Eugen von
Savoyen (Abb. 768) Reiterstandbilder er
richten, welche sowohl in künstlerischer
als technischer Beziehung hervorragende
Werke des Kunstgusses bilden. Die Ar
chitektur zu diesen beiden Denkmalen
schuf van der Nüll. Die Sockel aus
Untersberger Marmor sind mit Wappen
schildern. Trophäen und Inschrifttafeln
reich geziert. Das erste Denkmal ist bis
zur Fahnenspitze 16'5m hoch, das zweite
etwa um einen Meter niedriger.
Im Jahre 1862 folgte, gleichfalls in
Bronzeguß von Fernkorn, vor der techni
schen Hochschule das Denkmal für Josef
Ressel, dem Erfinder der Schiffsschraube,
in ganzer Figur auf einem Unterbau von
Karststein.
Als drittes Reiterdenkmal entstand*
1867, durch Bildhauer Julius Hähnel aus
geführt, das Denkmal des Feldmarschalls
Fürsten Schwarzenberg, welches Kaiser
Franz Josef I. „dem siegreichen Heer
führer der Verbündeten in den Kriegen
1813—1814“ errichten ließ. Zwischen
dem Palais des Fürsten und der Ring
straße auf dem gleichnamigen Platze
stehend, zeigt dieses Denkmal im Gegen
sätze zu den zwei oben genannten größte
Ruhe und Einfachheit, ohne künstlerisch
besonders anzusprechen. Der glatte Sockel
unterbau und die umschließenden Pfeiler
sind aus Karstmarmor.
Nicht der Mangel an geeigneten Plätzen für die Aufstellung von Denkmalen in der
Innern Stadt und den Bezirken, sondern der mehr malerische als monumentale Zug in der
Plastik gegen Ende des 19. Jahrhunderts führte bald zur Wahl des Stadtparkes als beliebtesten
Aufstellungsort für unsere Denkmale, in welchem 1872 als erstes das Schubert-Denkmal
(Abb. 758) vom Wiener Männergesangsvereine errichtet wurde. C. Kundmann schuf die
sitzende Figur aus Carraramarmor, auf mäßig hohem Karstmarmorsockel, dessen vier Seiten
noch mit Marmorreliefs geschmückt sind; der Stufenunterbau ist aus sächsischem Granit. Ganz
in der Nähe folgte 1877 vom Bildhauer Franz Pönninger das kleine Denkmal, dem Andenken
des Bürgermeisters Andreas Zelinka gewidmet, eine Büste auf Porphyrsockel.
Gleichfalls hier errichtete 1896 eine Anzahl von Künstlern und Verehrern dem hoch-
geschätzten Landschaftsmaler Emil Schindler (Abb. 759) ein Denkmal, von E. Helmer aus
Carraramarmor ausgeführt, welches den Künstler auf einem Felsblock ruhend, mit dem
sinnenden Blick in die Ferne, darstellt. Zwei Jahre später folgte 1898 das Makart-Denkmal
(Abb. 761) von Viktor Tilgner, den großen Meister Hans Makart im Kostüme seines berühmten
Festzuges vom Jahre 1879, gewissermaßen als Triumphator seiner populären Schöpfung, in
Abb. 768. Reiterstandbild des Prinzen Eugen von Savoyen
(Äußerer Burgplatz).