Öffentliche Denkmale.
Laaser Marmor ausgeführt. Bereits 1899 folgte das hübsche Bruckner-Denkmal (Abb. 760),
die monumentale Bronzebüste von Tilgner, auf hohem Grundsockel, an den sich eine reizende
Figur aus Laaser Marmor von F. Zerritsch anschmiegt, dem Meister der Tonkunst mit der
Rechten ein Lorbeerreis, reichend und mit der linken Hand die Dornen abwehrend. 1901
wurde dem Maler van Haanen eine Büste von Tilgner aus Bronze auf hübschem Unters-
berger Marmorsockel in einem stillen
Winkel des Stadtparkes errichtet. Im Jahre
1902 kam noch schließlich eine Büste des
Malers Amerling von Johannes Benk aus
Laaser Marmor in der Nähe des Teiches
im Stadtpark zur Aufstellung.
Im I. Bezirke wurde 1876 die An
lage vor der Akademie der bildenden
Künste mit einem Schiller-Denkmale
^ (Abb. 764) geschmückt. Auf einem hohen
Unterbau aus grauem Mauthausener und
rotem schwedischem Granit steht das
Bronzestandbild des Dichters, umgeben
von den sitzenden Figuren der vier
Lebensalter und dazwischen im Sockel
Hochreliefs mit den Darstellungen von
Genie, Poesie, Wissenschaft und Hei
matliebe.
In der Nähe des Stadtparkes in
einer kleinen Gartenanlage vor dem aka
demischen Gymnasium wurde 1880 das
Beethoven-Denkmal (Abb. 763), eine Ar
beit von Kaspar Zumbusch, errichtet. Auf
'einem Unterbau aus rotem schwedischem
Granit und ebensolchem Sockel ruht die
ernste, sinnende Gestalt des großen Ton
dichters, rechts und links flankiert von
den Gestalten des gefesselten Prometheus
und einer Viktoria, welche durch tan
zende und musizierende Puttis verbunden
werden. Dieses Denkmal, ursprünglich
mit der Rückseite der Wien zugekehrt,
wurde nach Überwölbung derselben im
Jahre 1899 umgedreht.
Auf hervorragendem Platze zwi
schen den beiden Hofmuseen wurde 1887
aus den Mitteln des Stadterweiterungs
fonds das Denkmal der Kaiserin Maria
Theresia (Tafel XIII) errichtet. Auf hohem, von 4 Paar Doppelsäulen von Sterzinger Serpentin
flankiertem Sockel aus böhmischem Granit thront die Herrscherin, begleitet von vier sitzenden
kleinen Figuren, den Herrschertugenden, Weisheit, Kraft, Gerechtigkeit und Milde. Der Sockel
ist mit vier großen Reliefgruppenbildern verdienstvoller Männer aus der Zeit der Kaiserin
geschmückt, von welchen vier der bedeutendsten, in freier Figur stehend, fast 3'5 m hoch sind.
So tritt vor die Gruppe der Staatsmänner Wenzel Graf Kaunitz, vor den Gesetzgebern Graf
Haugwitz, vor dem Kriegswesen Wenzel Fürst Liechtenstein, vor Kunst und Wissenschaft
van Swieten hervor. Am diagonal vorspringenden Unterbau befinden sich die Reiterfiguren
der hervorragendsten Feldherren der theresianischen Zeit: Laudon und Daun, Khevenhüller
und Traun. Das Denkmal, welches eine Höhe von 19'40m besitzt, ist eine Arbeit des Bild
hauers C. von Zumbusch und des Architekten K. von Hasenauer. Der figurale und ornamentale
Teil stammt aus der k. k. Erzgießerei.
Im Jahre 1889 wurde im Volksgarten das Grillparzer-Denkmal (Abb. 770) errichtet, zu
welchem C. Kundmann die sitzende Figur des Dichters, Rudolf Weyr sechs prächtige Reliefs
schufen, während die Architektur von Hasenauer stammt. In einer halbkreisförmigen Nische,
Abb. 769.
Reiterstandbild des Erzherzogs Karl
(Äußerer Burgplatz).