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Full text: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 2: Hochbau und Architektur, Plastik und Kunstsammlungen

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Denkmale und Brunnen. 
Abb. 825. 
Wand 
brunnen 
im Hofe 
des 
Kriegs- 
Ministe 
riums (I., 
Am Hof). 
Im Jahre 1866 errichtete die Gemeinde auf der Brandstätte im I. Bezirke einen Brunnen 
mit dem Gänsemädchen (Abb. 809) (Bildhauer Anton Wagner). Im Jahre 1880 wurde der 
Brunnen vor die Barnabitenkirche in der Mariahilferstraße, und als das Haydn-Denkmal im 
Jahre 1886 vor diese Kirche kam, auf seinen gegenwärtigen Platz vor der Rahlstiege übertragen, 
wo er sich mit der hübschen Figur in Bronze und den wasserspeienden Gänsen aus dem 
gleichen Materiale in seinen Umrissen gut von der Umgebung abhebt. 
Gleichzeitig mit dem Opernhause entstanden im Jahre 1866 die zwei schönen Opernhaus- 
Brunnen (Abb. 813) in den beiden kleinen Gartenanlagen rechts und links von diesem Monu 
mentalbaue nach den Entwürfen der Architekten van der Nüll und Siccardsburg mit hübschen 
Figuren des Bildhauers Hans Gasser. Beide Brunnen sind von sitzenden weiblichen Figuren, 
Melusine und Lorelei mit Lyren, bekrönt. Unterhalb befinden sich je drei weibliche Gestalten aus 
den bekanntesten Tonwerken, wie Gretchen, Adelheit, Rosina etc., und flache Brunnenschalen 
auf reichen Sockeln, in der geschmackvollen Architektur des Opernhauses, mit welcher diese 
beiden Brunnen überaus glücklich zusammenstimmen. 
Gleichfalls im Jahre 1866 wurde in einem großen Bassin des Volksgartens ein Brunnen in 
Bronzeguß aufgestellt, dessen Modell noch Meister Fernkorn schuf, zwei Schalen in reichster 
Ornamentik mit wasserspeienden Delphinen und Löwenköpfen, ohne jeglichen figuralen Schmuck. 
Anläßlich der Eröffnung der Kaiser Franz Josef-Hochquellenleitung entstand im Jahre 1873 
in dem kleinen Parke vor dem 
fürstlich Schwarzenbergschen 
Palais der sogenannte Hoch 
strahl-Brunnen (Abb. 819), 
dessen Wassermengen sich mit 
einem 40 m hohen Haupt- und 
einigen Seitenstrahlen in ein 
großes Bassin ergossen. Der 
Brunnen war bisher ohne 
jeden figuralen oder architek 
tonischen Schmuck. Gegen 
wärtig wurde er umgebaut, 
mit großen Kosten in eine 
Fontaine lumineuse (Leucht 
brunnen) verwandelt, und ist 
eine reiche künstlerische Aus 
schmückung dieses Brunnens 
nunmehr ausgeschlossen. 
In den Achtzigerjahren 
entstand im Volksgarten in 
der Nähe des Einganges vom 
Äußeren Burgplatze der 
schöne Tilgner-Brunnen, ein 
Bronzeguß aus der k. k. Erz 
gießerei, mit einem Faun, 
der eine lebhaft bewegte 
Nymphe hält (Abb. 800). Auf 
dem Gertrudplatz im XVIII. 
Bezirke vor der Pfarrkirche 
errichtete die Gemeinde einen 
kleinen Brunnen, welcher, 
kandelaberartig, aus einer La 
ternen tragenden Säule besteht 
und von zwei Knaben mit 
einer Laterne bekrönt wird, 
vermutlich eine Arbeit nach 
dem Entwürfe Hausers. 
Im Jahre 1888 entstand 
ebenfalls durch die Gemeinde 
Wien im XVI. Bezirke auf 
Abb. 826. 
Wand 
brunnen 
im Hofe 
des Palais 
Harrach 
(I., Frei- 
ung). 
Abb. 827. Siebenbrunnen (V. Bezirk).
	        
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