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Full text: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 2: Hochbau und Architektur, Plastik und Kunstsammlungen

Monumentalbrunnen. 
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Abb. 832. Alt-Wiener Hausbrunnen 
(VII., Westbahnstraße 8). 
Die zwei grandiosen Wandbrunnen an den beiden 
Rundbauten des Michaelertraktes der Hofburg (Abb. 823, 
824) schließen sich in ihrer Großzügigkeit den Werken aus 
der Zeit Fischers von Erlach in der alten Hofburg würdig 
an. Der Brunnen links von R. Weyr stellt die Herrschaft 
zur See dar; die Königin des Meeres, eine 4 m hohe, gra 
ziöse Figur mit einem Krönlein auf dem Haupte, steuert ihr 
Schiff sicher durch die Brandung, aus welcher ein mächti 
ger Triton und ein grausiges Meerungeheuer emportauchen, 
um gegen das Schiff anzustürmen, während auf der ande 
ren Seite Neptun mit dem Dreizack ruhig auf das Getümmel 
herabsieht. Am Brunnen rechts von E. Helmer wird die 
Herrschaft zu Lande durch eine edle männliche Figur dar 
gestellt, mit einem Schwerte in der Linken, mit der Rechten 
wild anstürmende Unholde bannend. Ein prächtiger Adler 
greift einen abstürzenden Titanen an, während ein großer 
Wurm aus dem gesprengten Erdreiche hervorkommt. Als 
Material ist an beiden Brunnen für Figuren, Tiere und Blatt 
werk Laaser Marmor verwendet, für die Felsen, welche in 
den Bassins aufgetürmt sind, Lindabrunner Stein, die Bassins 
selbst sind aus rotem schwedischem Granit. 
Der Brunnen als Wandbrunnen in den Höfen und Stiegen 
unserer Alt-Wiener Häuser, in öffentlichen Gebäuden und 
Palästen war von jeher ein beliebtes Dekorationsmotiv. Womöglich dem Haupteingange gegen 
über im Hofe aufgestellt oder in einer Mittelachse der Hoffassade, in einer Wandnische des Stiegen 
hauses, ob mehr oder weniger reich ausgestaltet, fehlte er ehemals selten. Zu den Brunnen in 
Höfen von Gebäuden gehört der bereits in der Einleitung erwähnte Brunnen der Stallburg aus 
dem Jahre 1675. Nicht viel später dürfte der Wandbrunnen 
im Schweizerhofe der Hofburg datieren, welcher ein großes 
Bassin mit erneuer 
ter Schmiedeeisen 
einfassung und dar 
unter ein kleines 
Bassin mit dem Dop 
peladler zeigt. Der 
Brunnen steht noch 
in einer alten Bogen 
nische, wie solche 
einstmals den gan 
zen Schweizerhof 
umgaben. In das 
18. Jahrhundert ge 
hört auch noch die 
schöne Steinfigur des 
hl. Leopold auf dem 
großen Brunnen im 
ersten Hofe des 
Schottenhofes, I. Be 
zirk. Die Figur ist 
heute wie ehemals 
zum Teil vergoldet 
und hält ein neues 
Kirchenmodell aus 
Blech in der Hand. 
Dieser Brunnen soll 
ehemals auf einem 
öffentlichen Platze 
Abb. 833. St. Georgs-Brunnen (im ehemaligen Palais UnUnn Abb. 834. Hofbrunnen im Bankgebäude 
Montenuovo). gebldiiuen IldUVn. (I., Herrengasse).
	        
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