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Sammlungen und Bibliotheken.
ehemals so reichhaltigen Prager Kunstkammer Rudolfs II. Die Hauptbestandteile der Wiener
Gemäldegalerie gelangten durch das Legat des Erzherzogs Ernst (1595) und nach dem Tode
des Erzherzogs Leopold Wilhelm, Statthalters der Niederlande (1659), hierher. Eine der reichsten
Quellen für den heutigen Bestand der Sammlungen des Kunsthistorischen Hofmuseums bildete
die kaiserliche Schatzkammer, deren Besitz an Hoheitszeichen und Kleinodien in die Zeiten
der Verbindung der Häuser Habsburg und Burgund zurückreicht. ') Das Münzen- und Antiken-
Kabinett erfuhr seine Ausgestaltung hauptsächlich durch Leopold I. und Karl VI., dann später
durch Franz I. Was den kostbaren Besitz an Waffen anbelangt, so stammt er zum Teil aus
der Ambraser Sammlung, zum Teil geht er auf das von Rudolf II. eingerichtete Zeughaus
zurück, welches dann unter Karl VI. und Maria Theresia bedeutend vermehrt und namentlich
durch Waffen aus der Grazer Kunstkammer verstärkt wurde und zuletzt als Hof-Waffenmuseum
im Arsenale aufgestellt war.
Über Allerhöchsten Befehl wurden im Jahre 1889 sämtliche Kunstgegenstände aus dem
fideikommissarischen Besitze des Kaiserhauses im Kunsthistorischen Hofmuseum nach kunst
wissenschaftlichen Gesichtspunkten aufgestellt. Ihre früheren Bezeichnungen wurden aufgehoben
und neue Abteilungen gebildet, welche sich durch Abgabe alles Zusammengehörigen aus den
bisherigen Sammlungen gestalteten, so daß lediglich die Hoheitszeichen, Hauskleinodien, Krö-
Abb. 856. Kunsthistorisches Hofmuseum, Kuppelraum.
nungsinsignien und Reliquien des heiligen römischen Reiches, das kaiserliche Taufzeug und
der Privat- und Familienschmuck als Habsburg-Lothringischer Hausschatz von der Einverleibung
in das Hofmuseum ausgeschlossen blieben. Die kunsthistorischen Sammlungen gruppieren sich
dermalen in folgender Weise: I. Antiken-Sammlungen, umfassend die ägyptischen Altertümer
>) Ober den dermaligen Besitzstand der Schatzkammer (Habsburg-Lothringischer Hausschatz) vgl. im folgenden S. 508.