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selbst machen sich in gleicher Richtung einige Bodenanschwellungen bemerkbar, die den
Rußbach von seiner südlichen Richtung nach Südost ablenken.
Der südliche Theil des Marchfeldes ist angeschwemmtes Land, der nördliche trägt
zumeist Schotter und Steingerölle unter der Ackerkrume, einzelne Strecken sind mit
Flugsand besetzt — alles das wenig günstige Bedingungen sür die Feldwirthschaft. In der
That ist auch der sorgsamste Betrieb und dabei noch ein sogenannt feuchtes Jahr nöthig,
um den Ertrag der Bodenfrucht dort auf eine mehr als mittlere Höhe zu bringen. Zu
fruchtbareren Strecken gesellen sich wieder andere, die ganz unbebaut sind und nur zur
Weide dienen. Nach sorgfältiger Erforschung aber bietet das untere Marchfeld alle
Bedingungen, uin durch künstliche Bewässerung in der Fruchtbarkeit bedeutend gehoben
zu werden. Die Vorstudien dazu sind gemacht, die Ausführung wird folgen, sobald das
Land und namentlich die Reichshauptstadt die Vortheile eines so nahen ergiebigen Frncht-
bodens abgewogen haben wird.
Es gab eine Zeit, wo der untere Theil des Marchseldes von den Stromarmen der
Donau durchzogen und mit dichtem Auwald besetzt war. Die Spuren sind da und dort
heute noch au der welligen Form des Bodens bemerkbar. Dieser aber trügt nunmehr eine
Reche stattlicher, von Saatfeldern umgebener Ortschaften, während der Auwald zum Theil
m dichten, von Hochwild und Wassergeflügel bevölkerten Bestünden den Saum des
heutigen Stromusers der Donau füllt und streckenweise auch am Rande der March hinzieht.
Eine Überschau des Marchfeldes an einem wolkenfreien Sommermorgen ist ein
lohnendes Schauspiel. Es kann aber nur mit etwas Unbequemlichkeit gewonnen werden,
etwa von der Höhe des Kirchthurmes in Groß-Enzersdorf, welches Städtchen beinahe die
Mitte der unteren Fläche einnimmt.
Werfen wir zunächst einen Blick auf das Städtchen zu unseren Füßen. Trotz der
vielfachen Veränderungen, die es im Lause der Zeit durch Feindesnoth, durch
Überschwemmung infolge des Eisganges der Donau und durch verheerende Brände
erfahren hat, merkt man in seinen äußeren Umrissen noch immer die Anzeichen starker
Befestigung, durch welche Groß-Enzersdorf ehemals unter den Waffenplätzen des Landes
ausgezeichnet war. In den letzten Jahren des XIV. Jahrhunderts mit einer Ringmauer
umgurtet, bildete der Ort ein längliches Fünfeck, an fünf Stellen durch feste Thorthürme
unterbrochen und von einem Wassergraben eingefaßt, der an den Thorstellen auf Zugbrücken
zu überschreiten war. Beinahe in der Mitte der Stadt erhob sich, wieder von einem
Wassergraben umgeben, das feste Schloß der Bischöfe von Freising, die hier, so weit das
mit der Landeshoheit verträglich war, seit dem XII. Jahrhundert Herren und Gebieter
wie überhaupt durch ihren reichen Besitz im Lande zu beiden Seiten der Donau eiufluß-'
reiche Größen waren.