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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, 2. Abtheilung: Niederösterreich

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und  klaren  Tümpeln,  blumenreich  und  üppig,  doch  ungesund  sumpfig  im  Sommer  wie
alle  Landauen  des  rechten  Donau  -  Ufers.  Nun  folgt  die  sehr  ähnliche  Fischamender
Dorfau  mit  ihren  Sümpfen  und  einsamen  Rohrgründen  und  kleinen  Dickungen.  Mehr
Leben  herrscht  in  diesem  Gebiete,  da  die  Wiesen  in  Hutweiden  verwandelt  wurden  und
Wege  nach  der  Donau  führen;  das  schmale  Band  aller  Landauen  des  rechten  Ufers
wird  gegen  das  flache  Land  zu  begrenzt  durch  eine  eigenthümliche  hohe,  sehr  steil  abfallende
Böschung,  im  Dialecte  Gstätte  genannt,  die  bei  Mannswörth  beginnt  und  bis  gegen
Deutsch-Altenburg  hinabreicht.  So  flach  die  Auen  am  linken  Donau-Ufer  gegen  das
Marchfeld  zu  mit  den  Äckern  sich  mischend  verlaufen,  so  scharf  und  wie  mit  dem  Lineal
abgemessen  ist  die  Grenze  am  rechten.
Jäh  fällt  die  Lehne,  die  vor  Jahrhunderten  das  Ufer  des  Donaubettes  bildete,  ab;
vom  oberen  Rande  bietet  sich  iiberall  im  ganzen  Gebiete  eine  schöne  Fernsicht  über
sämmtliche  Auwälder,  das  Silberband  des  Stromes  und  hinüber  in  das  weite  Marchfeld.
Der  Erdabfall  fit  theils  ans  Lehm,  theils  ans  Schotter  zusammengesetzt,  von
Kaninchen,  Zieseln,  Füchsen  und  Dachsen  durchwühlt  und  an  manchen  Stellen  nur  mit
allerhand  Gräsern  und  Blumen,  an  anderen  aber  auch  mit  dichten  Dornstrünchern,  selbst
einzelnen  Bäumen  bedeckt  und  wird  von  Rehen  und  Hasen  vielfach  ausgesucht;  Rinnsale,
tiefe  Gruben,  Mulden  und  steile  Lehmwände,  vom  Wasser,  wie  es  nach  Wolkenbrüchen
von  den  anliegenden  Feldern  abstürzt,  erzeugt,  unterbrechen  an  vielen  Punkten  die
Gleichförmigkeit  der  langen  Lehne.
Ober  dem  Ostende  der  Dorfau,  am  Rande  des  Plateaus  liegt  an  beiden  Ufern  des
Fischa-Flüfichens  Fischamend,  ein  sehr  alter  Ort  mit  römischen  Funden  in  der  Umgebung.
Sein  Name  ist  eine  Umwandlung  des  mittelhochdeutschen  Viskagemnnde,  das  ist  Mündung
der  Fischa;  die  Bauart  der  Häuser  und  der  Kirche,  sowie  auch  der  alte  massive  Thurm  an
der  Fischabrücke  mit  dem  eisernen  Fisch  als  Wahrzeichen  tragen  den  Charakter  eines  alten,
echt  niederösterreichischen  Städtchens  an  sich.  Die  Fischa  biegt  außerhalb  Fischamend  in
einem  scharfen  Knie  ostwärts  ab  und  fließt  ein  langes  Stück  knapp  am  Fuße  der  steilen
Lehne  und  parallel  mit  der  Donau,  um  dann  bei  der  Hirschensprung  genannten  Landspitze
in  die  Donau  zu  münden.  Neben  der  Dorfau  liegen  weite  Hutweiden  und  breite
Wasserflächen  durch  Auen  und  Sandbänke  getrennt;  ober  denselben  zwischen  Rohr  und
Buschwerk  und  blühenden  Gärten  am  Hang  der  Lehne  nimmt  sich  das  weiße  Städtchen
reizend  aus;  eine  Fahrstraße  führt  durch  einen  hochstämmigen  Bestand  zur  Donau-Dampfschiffsstation,
  östlich  zieht  sich  zwischen  dem  Strom  und  der  Fischa  die  lange  schmale,
mit  Auen,  Rohrbrüchen,  Dickungen  und  Hochwäldern  geschmückte,  recht  urwüchsig  wilde
Marktan  hinab,  bis  sie  im  oben  schon  genannten  Hirschensprung,  einein  fast  undurchdringlichen, ­
  von  Hochwild  viel  bewohnten  Jungholz,  endet.  Es  ist  dies  ein  den
            
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