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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, 2. Abtheilung: Niederösterreich

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umher,  Bäume  zerschneidend,  Junghölzer  niedermähend  und  jede  lebendeCreatur  erdrückend.
Sie  sind  ein  urwüchsig  schönes  Gebiet  —  unsere  einsamen  Donau-Inseln!
Am  linken  Ufer  des  Stromes,  schon  westlich  vom  Dorfe  Schönau  und  auch  noch  in
östlicher  Richtung  eine  ziemlich  weite  Strecke  hin  nmsäumen  öde,  nur  spärlich  bebuschte,
lehmig  abbröckelnde  Gestade  und  öde,  kahle  Felder  die  Donau;  auch  aus  den  Fluten
ragen  blos  einzelne  langgestreckte  Sand-  und  Schotterbänke  empor,  doch  in  der  Ferne
erstellt  schon  der  große  Waldcomplex  der  Orther  Auen  die  Blicke  des  stromabwärts
ziehenden  Wanderers;  über  die  Kronen  der  Bäume  erheben  sich,  weithin  sichtbar,  die
massiven  uralten  Thürme  des  gleichnamigen  Schlosses.  Die  Orther  Au,  eine  echte  „harte
Au",  erinnert  in  Form  und  Größe  an  die  Lobau,  doch  im  landschaftlichen  Charakter  ist  sie
von  dieser  ziemlich  verschieden.  Die  großen  Stangengehölze  mit  lichten  Erlenbeständen,
vielen  Eichen,  einzelnen  alten  Kiefern,  abwechselnd  mit  wilden  Obstbäumen,  von  langen
schmalen  Wiesen  auf  welligem  Terrain  durchzogen,  mit  Alleen  und  Wegen  forstwirthschaftlich
eingestellt,  geben  diesem  Complexe  mehr  als  allen  bisher  geschilderten  Auen  den  Typus
guter  Pflege  und  rationeller  Behandlung.
Insbesondere  die  nach  Norden  bis  an  das  Schloß  und  das  Dorf  Orth  reichenden
Bestände  sind  den  Wäldern  des  flachen  Landes  ähnlicher  als  den  Donau-Auen;  auch
kommen  außer  allen  den  früher  genannten  Thieren  hier  Eichhörnchen  vor,  die  bisher  sonst
nirgends  in  dem  erwähnten  Gebiete  anzutreffen  sind.  Näher  dem  Strome  zu  durchfließen
einige  schmale  Wasserrinnen  die  Orther  Auen  und  verleihen  ihnen  durch  die  an  den  Usern
üppiger  emporwuchernde  Vegetation  einen  urwüchsigeren  Charakter.
Inmitten  der  Donau,  von  ihr  brausend  umrauscht,  liegen  nahe  vom  Uferhaus,  das
durch  eine  Straße  mit  Orth  verbunden  ist,  zwei  lange  schmale  Haufen,  beide  blos  mit
hohen  Weidengestrüppen  bedeckt,  aber  trotzdem  von  dem  in  dieser  Gegend  in  ziemlicher
Zahl  lebenden  Hochwild  gerne  ausgesucht.
Östlich  schließen  an  die  Orther  Auen  jene  von  Eckartsau,  nach  dem  am  Nordrande
liegenden  gleichnamigen  Dorfe  und  alten  Jagdschlösse  benannt.  Ein  bald  schmäleres  bald
breiteres  Band  von  hübschen  Beständen,  durch  viele  Wiesen  und  Alleen  unterbrochen,  zieht
sich  längs  der  Donau  bis  hinab  noch  unter  das  Dorf  Stopfenreith.  Es  sind  dies  echte
Landauen  von  den  eben  geschilderten  kaum  abweichend.  Wenige  kleinere  Gewässer  durchkreuzen ­
  diese  Wälder  und  der  schmale  Fadenbach,  der  schon  bei  dem  Dorfe  Mühlleiten
beginnt,  weit  vom  Hauptstrom  zwischen  offenen  Feldern  nördlich  Schönau  vorbeifließt
und  Mannersdorf  und  Orth  berührend  sich  dann  der  Länge  nach  durch  die  ganzen
Eckartsauer  Auen  zieht,  mündet  erst  bei  Stopfenreith  zu  einem  Gerinne  von  kleinen
Wasserläufen,  sandigen  Inseln  und  versumpften  Wiesen  in  die  Donau.  Unsere  Wanderung
fortsetzend  gelangen  wir  jetzt  in  ein  Terrain,  in  welchem  die  Auen  allmälig  anfhören.  Mit
            
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