muß sich auf die „feste" Bank setzen, damit es mit ihm „eine Dauer habe". Um Retz
(V.U. M. B.) heißen die letzten acht Tage, welche der „ausstehende" Dienstbote ohne
Arbeit im Hause zubringen darf, „Schlankeltage". („Schlankeln" bedeutet müßig herum
schlendern.)
L.er Tennebvß, „Tendlboß". Dieses ländliche Fest wird in der Faschingszeit
gefeiert, wenn die Arbeit auf der Tenne, das Ausdreschen des Getreides (der „Drusch")
beendet ist. („Boßen" heißt schlagen, hier mit dem Drischel schlagen, dreschen.) Kaum ist
der letzte Drischelschlag gethan, so läuft ein Knecht oder Bube zum Nachbarn und ruft in
die Tenne hinein: „Wir hab'n ausdrosch'n!" Dabei schlägt er an das Scheunenthor oder
schießt wohl gar eine Pistole ab. (V. O. W. W.) Auch andere Possen spielt man dem
„saumsaaligen" Nachbarn, der in der Arbeit zurückgeblieben ist. Man lehnt ihm einen Stroh
mann an das Tennthor oder setzt ihm das „Dreschermandl" aufs Dach, wirft einen
Prügel unter die Drescher, packt verschiedene alte Sachen in ein „Häfen", fängt wohl auch
Mäuse hinein und leert den Inhalt des Topfes auf der Tenne aus (V. O. W. W.), oder
steckt einen Kochlöffel ins Stroh und ruft: „Holla, der Tendlboß is g'wunna!" (Göpfritz
an der Wild, V. O. M. B.) und dergleichen mehr. Der Bursche nun, welcher mit der Aus
führung solchen und ähnlichen Schabernacks betraut wird, mag sehen, wie er sich recht
zeitig aus dem Staube macht, denn wenn er erwischt wird, kommt er übel weg. Man
schwärzt ihm das Gesicht, lacht ihn dabei brav aus, läßt ihn ein Stündchen an eine Säule
gebunden stehen oder schickt ihn sogleich mit einer Tracht Prügel heim. Aber auch in dem
Gehöfte selbst, wo man „ausdrischt" (das Dreschen beendigt), fehlt es nicht an allerlei
lustigen Späßen und Possen. Wer den letzten Drischelschlag thnt, hat die „Maus" oder
heißt die „Stadlhenne". (Besonders im V. O. W. W. und V. O. M. B. übliche
Bezeichnung.) Unter allgemeinem Gelächter wird ihm der Dreschflegel mit Stroh
umwunden und damit muß er an der Schwelle der Wohnstube oder an der Hansthüre
drei Schläge machen, dabei sprechend:
„Eins, zwei, drei,
Der Tendlboß g'hört mein!"
oder:
„I wett', i wett' um ein' Eimer Wein,
Der Tendlboß ist mein!"
Erwischt ihn die Bäuerin, die meist schon mit einein Kübel voll Wasser bereit steht,
so ist ein unfreiwilliges Donchebad und neues Gelächter sein Lohn; gelingt der Streich, so
wird die Bäuerin um einen Trunk gebüßt oder sie muß ein kleines Mahl Herstellen.
(B. O. M. B.) Auch die sogenannte „Glnnkel", ein Strohmännchen mit dem Dreschflegel
am Rücken und der „Spitzhanbe" auf dem Kopfe, hängt man der Stadlhenne an. (Bei
Blank im V. O. W. W.) Damit die Bäuerin rechtzeitig ans Krapfenbacken denke, schiebt
man unter die letzte Dreschlage auf der Tenne Holzprügel („Krapfaholz"), um so ein
ausgiebiges Gepolter zu erzeugen. Hierauf legt einer der Drescher, zumeist die Stadlhenne,