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Der schattige Weg von Schöpflgitter durch ein Jungholz über einige kleine Wiesen
an einem Holzschlag vorbei, dann durch hochstämmige Wälder znm Vorderschöpfl und von
da auf die höchste eigentliche Schöpflspitze znm 893 Meter hoch auf einer Wiese gelegenen
Aussichtspunkte gehört zu den lohnendsten Ausflügen in den niederösterreichischen Gebirgen.
Nach Süden hin eröffnet sich ein herrlicher Überblick auf eine Reihe von Kuppen und
Bergen, unter denen das Hocheck, der Plackles, der Hochriegl, das Kieneck, der Staffkogl
und der Unterberg besonders hervortreten; dahinter baut sich der Schneeberg mit dem
Waxriegl, Kaiserstein und Kuhschneeberg imposant auf, hinter dem letzteren die Raxalpe
und weiter südwestlich die Schneealpe mit dem Windberg und der Donnerwand und die
Lachalpe, der sich der Gippel- und weiter über die Hofalpe hin in seiner ganzen Breite der
Göller anreiht; auch Hoch- oder Reusalpe sind sichtbar. Im Mittelgründe des Bildes ragt
über einer bewaldeten Kuppe die Schloßruine Araberg hervor; desgleichen gewahrt man
den Ötscher und den Scheiblingstein. Nach Westen blickend entrollt sich das Bild des
offenen Vorlandes, Wiesen, Felder und kleine Wälder, hier und da Ortschaften, ein Typus,
so weit das Auge reicht; im Nordwesten bemerkt man die Westbahnlinie und St. Pölten
und inmitten des grünen Landes das Silberband der Donau, dahinter in graublaue
Dünste gehüllt die flachen Gegenden des einstigen Viertels unter dem Manhartsberg;
selbst Göttweig, das Wetterkrenz bei Hvllenburg und der Jauerling liegen bei günstigem
Wetter im Gesichtskreis; in nördlicher und östlicher Richtung schweift das Auge über den
ganzen großen Wienerwald von der Donau bis an die Triesting. Über alle die unzähligen
Berge, Kuppen und Thäler dieses bedeutenden Waldgebietes blickend, wenden wir die
Gedanken der Geschichte des Wienerwaldes zu, die weit in das Mittelalter hinaufreicht.
Unter den Allodialgütern, mit denen die babenbergischen Fürsten in Österreich nach
Besiegung der Ungarn vom Reiche bedacht wurden, stehen die im heutigen Wienerwalde
obenan. Am 2. November 1002 schenkte König Heinrich U. dem Markgrafen Heinrich ein
Gebiet zwischen der dürren Liesing und der Triesting. Am 10. Juni 1035 schenkte König
Konrad II. dem Markgrafen Adalbert ein Gebiet zwischen der Triesting und Piesting,
welch letzterer Fluß eine zeitlang die Grenze von Steiermark bildete. Auch bei der Aus
stattung der Tochter des Markgrafen Leopold II., Elisabeth 1090, bezeichnet Enenkls
Fürstenbnch freieigene Güter des Markgrafen östlich von Wilhelmsburg bis gegen die
Piesting. Daß in derselben Zeit auch ein beträchtlicher Theil des nördlichen Wienerwaldes
bis zur Donau hin Eigenthum der Babenberger geworden ist, geht aus ihren späteren
Vergabungen an Klöster deutlich hervor. Nach Besiegung König Ottokars II. ließ in,
Jahre 1279 Kaiser Rudolf einen Fürstentag von Reichs- und österreichischen Edlen
zusammentreten, die sich über die Zuständigkeit der ehemals babenbergischen Eigengüter
anszusprechen hatten. Sie erklärten, daß alle Güter, die Herzog Friedrich von Österreich