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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, 2. Abtheilung: Niederösterreich

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Tie Gemüsegärtnerei ist, der großen Bevölkerung entsprechend, eine sehr ausgedehnte; 
sie bedeckt die weiten Donauniederungen von Nußdorf bis Fischamend, wo die Nähe des 
Wasserspiegels es gestattet, mittelst Ziehbrunnen oder durch Pumpwerke mit Pferdegöpel 
betrieb die Pflanzen allzeit mit entsprechender Feuchtigkeit und den leicht zu bearbeitenden 
Zandboden reichlich mit billigem Dünger aus der Stadt zu versehen. Unter solchen 
Verhältnissen erblüht der Wiener Gemüsebau und nur selten entfernt sich derselbe von der 
Donau in festeres Erdreich. Ter Wiener Gemüsemarkl, reichlich beschickt mit den feinsten 
Produkten, liefen den Beweis, daß hier ein intelligenter Gärtnerftand thärig ist. Tie 
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hervorragendsten Leistungen zeigen sich in den zartfleifchigen, ungemein großen Sellerie- 
Wurzeln. in den vortrefflichen Reuigen «Wiener Reuig), dem schmackhaften Kopf- und 
Bindesalat, dem „Wiener Glaskohlrabi", dem Frühkraut, Wirsing, Blumen- und Rosen 
kohl :c. Tie Gärtner verstehen aber auch den Boden so meisterhaft auszunützen, daß man 
im Turchschnitt auf einem und demselben Feld jährlich drei Ernten zieht; nur daraus 
erklären sich die hohen Pachtzinse (pro Hektar 300 bis 400 Gulden). Ganz besonders 
ausgebildet sind die Mistbeetculturen, welche im ersten Frühjahre die zarten „Primeurs" 
liesern und sich nachher mit Melonen bedecken, die ihres Wohlgeschmackes halber mit ihren 
unter wärmeren Himmelsstrichen gezogenen Rivalen leicht concurriren können. — Sowie 
die Frühobstproduction durch Zufuhren aus dem Süden wesentlich geschädigt wird, ebenso
	        
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