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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, 2. Abtheilung: Niederösterreich

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Raum für größere Gruppen von Wohnstätten und ist auch schon seit dem frühen Mittel- 
alter mit Ortschaften besetzt. An malerischem Schmuck und, was nicht weniger bedeuten will, 
an günstiger klimatischer Lage kommen ihm wenige Thäler nach. Kirchberg am Wechsel 
mit seinen zumeist alten staffelartig ansteigenden Häusern und der allmülig verfallenden 
St. Wolfgangkirche, das Schloß Feistritz mit seinen inneren und äußeren Schönheiten, der 
Ausblick von der Höhe Molzegg aus das mit seinen dunkeln Bergwäldern im Abendlicht 
schimmernde -vhat wird jedem Naturfreunde eine liebe Erinnerung bleiben. 
Tie Almhütte der Rax. 
In gleicher Richtung mit dem Kirchberger Thale zieht nördlich von diesem, wieder 
von niedrigen Rändern gesäumt, ein drittes Thal zur Pütten, kürzer als die beiden anderen 
und an landschaftlichem Reiz ihnen weit nachstehend, aber durch seine frühzeitige Cultur- 
entwicklung und die noch vorhandenen Denkzeichen seiner früheren Geschichte vielleicht das 
merkwürdigste. Es ist das Haßbach thal, dessen Bach — sein Name war ursprünglich 
Habichtsbach, dann Hausbach — bei dem gleichnamigen Dorfe die Reste einer Burg 
bespült, deren Besitzer zu den ältesten und einflußreichsten Dienstherren des Babenbergischen 
Österreich gehörten; unterhalb Haßbach das alte Schloß Steyersberg, noch bewohnt 
und noch im Besitze desselben adeligen Geschlechtes (der Wurmbrande), das im Mittelalter 
dort saß; endlich nahe am Ausgange des Thales das idyllisch von Augebüsch umrahmte 
Dorf Kirchau, dessen Kirchlein schon im XI. Jahrhundert urkundlich genannt wird.
	        
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