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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, 2. Abtheilung: Niederösterreich

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besonderem  Interesse  ist,  alle  diese  Ortschaften  mit  Kirchen,  die  ehemals  Festungen  waren,
denen  man  es  durchwegs  noch  anmerkt,  daß  sie  in  gleichem  Maße  zum  Dienste  Gottes  wie
zur  Vertheidigung  von  Gut  und  Leben,  zum  Schutz  und  zur  Zuflucht  für  die  vom  Feinde
bedrängten  Bewohner  gedient  haben.
Der  in  dieser  Art  besiedelte  Hochrücken  ist  heute  nur  wenig  mit  Wald  besetzt.  Mit
Ausnahme  der  Kuppen,  die  gemischten  Nadelwald  (Föhren,  Fichten,  Tannen)  tragen,
zeigt  er  durchwegs  Acker-  und  Weidegründe  mit  den  Merkmalen  einer  sorgsamen,  wenn
auch  nicht  durch  besondere  Culturmittel  unterstützten  Pflege.  An  den  Lehnen  der  Thäler

Das  alte  Schloß  Seebenstein.

jedoch,  die  vom  Hochrücken  ausgehen,  herrscht  theilweise  noch  unbeschränkt  der  Wald
—  Nadel-  und  Laubholz  gemischt  —  und  ist  nur  dort  den  Bedürfnissen  des  Ackergrundes
gewichen,  wo  sich  ein  Einzelgehöft  oder  eine  kleine  Ortschaft  angebaut  hat.
Nur  eines  dieser  Thäler,  das  an  der  inneren  Seite  des  Hochrückens  seine  Bachadern
sammelt  und  sein  Wasser  zuerst  gegen  Nord,  dann  in  einer  scharfen  Wendung  gegen  West
zur  Pütten  führt,  zeigt  eine  andere  Beschaffenheit.  Es  heißt  von  Alters  her  In  der
Schlatten  oder  Schlattenthal,  was  nach  älterer  Sprache  ein  Thal  bedeutet,  wo  sich
Röhricht  in  beträchtlichen  Massen  findet.  Das  Thal  war  demnach  einstens  sumpfig,  ja  es
ist  zu  vermuthen,  daß  der  ganze  obere  Thalkessel  mit  Wasser  gefüllt  war,  welches  das
Wuchern  des  Röhrichts  begünstigt  hat.  Es  fehlt  aber  nicht  an  Merkzeichen,  daß  die  Culturarbeit
  dort  früh  begann,  dem  stauenden  Wasser  einen  Abzug  zu  schaffen  und  den  trockengelegten ­
  Boden  der  Beurbarung  zuzuführen.  In  sehr  alter  Zeit  finden  wir  die  Lehnen
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