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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, Übersichtsband, 1. Abtheilung: Naturgeschichtlicher Theil

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Die Sedimentgesteine überhaupt, gebildet durch Absatz aus Wasser, sei es auf 
rein mechanischem Wege, sei es durch Abscheidung aus wässerigen Lösungen, und zwar oft 
unter Mitwirkung organischer Thätigkeit, sind beinahe stets durch sehr deutliche Schichtung, 
sowie durch eingeschlossene Reste von Thieren und Pflanzen, sogenannte Versteinerungen 
ausgezeichnet. Hinsichtlich ihrer petrographischen Beschaffenheit bieten sie keine große 
Mannigfaltigkeit dar. Die wichtigsten Abarten sind die aus abgerollten Körnern älterer 
zerstörter Felsarten bestehenden Sande, die dann meist weiter zu Sandsteinen erhärtet 
sind; die aus größeren Geröllen bestehenden Schotter oder Geschiebe mit den durch ihre 
Verkittung entstandenen Conglomeraten; die Schlammabsätze oder Thone, aus denen 
sich weiter die Schieserthone und die noch festeren Thonschiefer gebildet haben; die 
meist dichten Kalksteine, an deren Bildung in den meisten Füllen die Stämmchen und 
Schalen von kalkabsondernden Pflanzen und Thieren einen wesentlichen Antheil haben; die 
Dolomite, die aus einer Mengung von kohlensaurem Kalk und kohlensaurer Bittererde 
bestehen; endlich vulkanische Tuffe, die ans der Anhäufung und Verfestigung von 
Asche und anderen Auswurfsproducten von Vulkanen hervorgegangen sind. 
Namentlich in wissenschaftlicher Beziehung aber weit höheres Interesse als die 
Gesteinsbeschaffenheit der Sedimentgesteine bieten die in denselben eingeschlossenen Ver 
steinerungen. Ihr genaueres Studium hat gelehrt, daß seit dem Beginne eines organischen 
Lebens, dessen erste sichere Spuren man in den, den krystallinischen Schiefergesteinen 
unmittelbar auflagernden und darum ältesten Sedimentgesteinen vorfindet, bis zur reichen 
Entfaltung desselben in der Jetztzeit nach und nach eine lange Reihe verschiedener Faunen 
und Floren die Erdoberfläche bewohnten, die, untereinander sowohl wie von denen der 
Jetztwelt verschieden, gestatteten, die gesammten Sedimentgesteine nach der Epoche ihrer 
Bildung, oder wie man sagt nach ihrem relativen Alter in eine größere Reihe von Forma 
tionen abzutheilen, deren jede durch ihre besonderen Versteinerungen charakterisirt ist. 
Diese Formationen theilt man einerseits weiter in einzelne Glieder und Stufen, 
wie solche auf geologischen Karten in größerem Maßstabe zur Darstellung gebracht sind, 
anderseits hat man sie aber auch in drei größere Gruppen vereinigt und zwar: 
Die paläozoische Epoche mit vier Formationen, die in der Reihenfolge von 
unten nach oben als 1. die Silur-, 2. die Devon-, 3. die Carbon- und 4. die 
Dyasformation bezeichnet werden; die zweite oder mesozoische Epoche, welche 
1. die Trias mit der rhatischen Stufe, 2. die Jura- und 3. die Kreideformation 
umfaßt, und die dritte oder känozoische Epoche, der 1. die Eocen-, 2. die Neogen- 
und 3. die Diluvial- und Alluvialformation angehören, welch letzterer auch die 
noch heutzutage unter unseren Augen an den Mündungen der Flüsse u. s. w. in Bildung 
begriffenen Ablagerungen, die jetzt noch fortwachsenden Korallenriffe u. s. w. zufallen.
	        
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