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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, Übersichtsband, 1. Abtheilung: Naturgeschichtlicher Theil

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granit, ein, wie sich aus den Wirkungen, die er auf die umgebenden Nebengesteine aus- 
geübt hat, ergibt, jüngeres ans Plagioklas, Quarz, schwarzem Glimmer und Hornblende 
bestehendes Gestein, in einer geschlossenen, noch weit über die Landesgrenze hinaus aus 
gebreiteten Masse zu Tage tritt; weiter in der Cima d'Asta nördlich von Strigno in Tirol, 
dann in den nördlichen Umgebungen von Brixen, wo ein ansehnlicher östlich bis über Bruneck 
hinaus fortstreichender Zug von echtem Granit zu Tage tritt, endlich in den Rottenmanner 
Tauern und im Bachergebirge, die ebenfalls größere Granitstöcke einschließen. 
In den westlicheren Theilen der Alpen, wo dieselben zu den höchsten Gebirgsmassen 
aufgestaut erscheinen, zeigen sich auch die größten Verwicklungen im Gebirgsbau. Vergeblich, 
so scheint es, mühte sich bisher der Scharfsinn und oft auch die Phantasie der Geologen 
ab, die Faltungen, Überstürzungen und Knickungen der Schichten, die Verschiebungen, 
Brüche und Verwerfungen ganzer Gebirgstheile in dem wilden Chaos der Felsmassen, 
deren ursprünglichen Zusammenhang eine ungezählte, Jahrtausende hindurch thätig gewesene 
Erosion noch unkenntlicher gemacht hat, im Einzelnen zu entwirren und zu erklären. Wir 
müssen uns hier damit begnügen, in der fortschreitenden Abkühlung des Erdballs selbst und 
in der durch sie bewirkten Contraction, welche eine Zusammenschiebung der starren Außen 
rinde und Gebirgsaufstauung zur Folge haben mußte, also in der letzten Ursache der 
plastischen Gestaltung der Erdoberfläche überhaupt auch die der Gestattung der Alpenkette 
zu erkennen, ohne in das Detail der widerstreitenden Meinungen einzugehen, welche bezüglich 
der einzelnen Episoden in der Geschichte des Baues unseres Gebirges herrschen. 
Dieser Bau des Gebirges, die Schieferung und Schichtung der vorwaltenden Gesteine, 
die Art der Verwitterung der letzteren, die von ihren mineralogischen Bestandtheilen 
abhängig ist, endlich die Erosion bedingen einerseits die äußeren Formen des Gebirges und 
anderseits seine Eignung für den Pflanzenwuchs und damit auch seinen culturellen Werth 
für die Bewohner. 
Die Zeichnung der Krimler Tauern gibt ein treffliches Bild von der Physiognomie 
der Gipfel und Thäler in dem Hochgebirge unserer Centralalpen. Oft in längeren 
Zügen an einander gereihte Pyramiden, Spitzen und Zacken, meist nach der einen Seite 
entsprechend der Neigung der Schichten in mehr weniger steilen Platten abfallend, an 
der entgegengesetzten Seite, wo die Schichtköpfe zu Tage stehen, in zerrissenen Formen 
abstürzend, dazwischen enge, seltener von senkrechten, häufiger von steil abfallenden Wänden 
begrenzte Thäler bilden den Charakter derselben, der sich auch, wenngleich in gemilderten 
Formen, in den minder hoch ansteigenden Gebirgen im östlichen Theile unserer Kette zu 
erkennen gibt. 
Die Verwitterung, die hauptsächlich nach Maßgabe des größeren oder geringeren 
Quarzgehaltes langsamer oder rascher vorschreitet, erzeugt namentlich bei den Feldspath
	        
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