Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, Übersichtsband, 1. Abtheilung: Naturgeschichtlicher Theil

106

bis  zu  der  weitgedehnten  lombardisch-venetianischen  Tiefebene  bilden,  orographisch  und
geologisch  einen  noch  eomplicirteren  Ban  als  in  den  Nordalpen.
In  dem  westlichsten  auf  unser  Staatsgebiet  entfallenden  Theile  der  Zone,  in
Judikarien  und  im  Etschgebiete,  herrschen  nordnordöstliche  Streichungsrichtungen,  weiter
in  den  südlichen  und  östlichen  Umgebungen  des  Bozener  Porphyrstockes  haben  wir  es  mit
einem,  man  möchte  sagen  chaotischen  Gewirre  von  jüngeren  Sediment-  und  Eruptivgesteinen
zu  thun,  und  erst  mit  den  carnischen  Alpen  stellt  sich  das  regelmäßige  westöstliche  Streichen
ein,  welches  nun  durch  die  Karavanken,  die  nördliche  Hälfte  der  jütischen  Alpen,  die
Sannthaler  Alpen  und  das  Bergland  von  Cilli  anhält  bis  an  die  große  steirisch-ungarische
Ebene,  gegen  welche  unser  Gebirge  in  weit  vorspringenden  Riffen  abbricht.
Diesem  westöstlich  streichenden  Zuge  aber  schließt  sich,  einer  Linie  entlang,  welche
ungefähr  durch  den  unteren  Lauf  des  Jsonzo  bis  gegen  Tolmein  bezeichnet  wird,  dann
gegen  Krainbnrg  und  weiter,  etwa  der  Save  entlang,  verlänft,  ein  noch  ausgedehnteres,
im  Allgemeinen  gleichförmig  gebautes  Gebirgsland  an,  welches  die  südliche  Hälfte  der
Mischen  Alpen  und  das  Karstplateau,  nicht  minder  aber  auch  den  ganzen  Zug  der
Gebirge  von  Dalmatien  und  des  Occupationsgebietes  umfaßt.  Wenn  überhaupt,  so
können  wir  nur  nach  der  bezeichnten  Linie  vom  geologischen  Standpunkte  aus  eine
Scheidung  zwischen  den  Südalpen  und  den  Ketten  an  der  Westseite  der  Balkanhalbinsel
annehmen,  während  nach  geographischen  Gesichtspunkten  diese  Grenze  viel  weiter  nach  Südost
gelegt  wird.
Betrachten  wir  erst  die  Südalpen  im  engeren  Sinne  des  Wortes.  Im  Allgemeinen
herrschen  hier  dieselben  Gesteine  wie  in  den  Nordalpen,  und  die  verschiedenen  Glieder
der  Trias  und  der  rhütischen  Stufe,  die  wir  in  den  letzteren  kennen  gelernt  haben,  bilden
auch  in  den  Südalpen  vorwaltend  das  Material  zum  Aufbau  der  gewaltigen  Gebirgsstöcke
und  Gebirgsketten,  in  welchen  oft,  wie  in  der  Sella-Gruppe  Dolomite  die  Kalksteine  ganz
oder  theilweise  verdrängen.  Es  sind  aber  einige  unterscheidende  Momente  leicht  zu
erkennen.  Dahin  gehört  das  schon  früher  erwähnte  Auftauchen  von  Inseln  krystallinischer
Gesteine,  welche  auch  auf  die  Physiognomie  jener  Theile  der  Südalpen,  in  welchen  sie
das  Kalkgebirge  unterbrechen,  ihren  bestimmenden  Einfluß  ausüben;  ferner  die  bedeutende
Verbreitung,  welche  verschiedene  der  mesozoischen  Zeit  ungehörige  Eruptivgesteine  mit  ihren
Tuffen,  namentlich  in  den  durch  ihre  schroffen  Formen  so  charakteristischen  südtiroler
Dolomitalpen,  in  dem  Gebiete  östlich  vom  Bozener  Porphyrstocke,  erlangen.  Solche
sind  der  Monzonsyenit  und  der  Turmalingranit  von  Predazzo,  körnig-krystallinische
Gesteine,  wie  man  sie  sonst  nur  in  der  archaischen  Epoche  zu  finden  gewohnt  ist,  weiter
Melaphyr  und  Augitporphyr  und  der  sogenannte  Syenitporphyr,  die  aber  alle
erst  in  der  Epoche  der  Ablagerung  der  oberen  Triasformation  die  Sedimentgesteine
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.