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in der Osthälfte des Böhmerwaldes plateauartiges Massiv, welches, da es an keiner
Stelle Auflagerungen von aus dem Meere abgesetzten Sedimentgesteinen zeigt, wohl schon
seit den frühesten Zeiten der Erdgeschichte aus den Gewässern emporragte und darum
als das alte böhmische Festland bezeichnet wird. — Ebenfalls aus altkrystallinischen ^
Gesteinen bestehen dann weiter die im Nordwesten sich unmittelbar anschließende nördliche
Böhmerwaldhälfte, der Kaiserwald und das Fichtelgebirge, das nach Ostnordost streichende
Erzgebirge, dann das Lausitzer- und Riesengebirge, endlich das Gesenke, welches wieder
zu der Ostseite des böhmischen Festlandes hinüberführt und so den Ring krystallinischer
Gesteine vollends schließt, der die von Sedimentgesteinen erfüllten tieferen Theile der
nördlichen Hälfte Böhmens umgrenzt.
Die ausgedehntere Verbreitung erlangen in den bezeichnten archaischen Gebieten
die krystallinischen Schiefergesteine, doch stehen ihnen hier die krystallinischen Massengesteine,
und zwar namentlich die Granite nur wenig nach.
Unter den ersteren ist es wieder der Gneiß, der weitaus die größten Flächeuräume
bedeckt und als die älteste aller auftretenden Gebirgsarten erscheint. Er läßt sich noch
weiter in zwei Abtheilungen gliedern, deren untere im alten böhmischen Festland, wo sie
als Basischer Gneiß bezeichnet wird, durch relative Seltenheit fremder Einlagerungen,
im Erzgebirge, Riesengebirge und den Sudeten aber durch die rothe Farbe des Feldspathes
(„rother Gneiß"), dann durch die nur sparsame Beimengung von, und zwar weißem
oder Kaliglimmer charakterisirt wird.
Eine höhere, demnach jüngere Abtheilung bildet im Gebiete des böhmischen Fest
landes die hercynische Gneißformation, in welcher die Schichten unseres Gesteines
mit zahlreichen anderen Schiefern, wie Glimmerschiefer, Hornblendeschiefer, Chlorit- und
Talkschiefer, mit Weißstein und Serpentin, endlich auch mit mehr weniger mächtigen
Bänken von krystallinischen Kalksteinen wechsellagern. In den Gebirgen am Nordrand von
Böhmen dagegen findet sich über dem erwähntenrothen „grauer Gneiß", dessenFeldspath
weiß oder grau gefärbt ist und dessen in reicher Menge beigemengter Glimmer zu dem
schwarzen oder Magnesiaglimmer gehört. Über der Gneißformation folgt als höhere Stufe
die Glimmerschieferformation, die aber vielfach auch durch Hornblendeschiefer repräsentirt
und im nördlichen Böhmerwald durch ein mächtiges Quarzlager, welches aus der
Gegend von Fürth in nördlicher Richtung bis über Tachau hinaus zu verfolgen ist, von
der Gneißformation getrennt wird. Die oberste Stufe endlich bildet Thonschiefer, der
insbesondere in der nördlichen Böhmerwaldhälfte und dem Fichtelgebirge, dann auch an ^
der Nordwestseite des alten böhmischen Festlandes eine größere Verbreitung erlangt.
Von krystallinischen Massengesteinen sind die Granite weitaus vorwaltend. Als
beinahe allein herrschendes Gestein bilden sie insbesondere das steil gegen die Donau