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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, Übersichtsband, 1. Abtheilung: Naturgeschichtlicher Theil

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Letzteres  nicht  mehr,  hier  werden  der  September  und  October  regenreich,  auf  der  Südseite
der  jütischen  Alpen,  namentlich  aber  am  Abfalle  des  Karstplateaus  gegen  das  adriatische
Meer  ist  der  October  sogar  der  regenreichste  Monat.  In  Kroatien  und  Slavonien  fallt
die  größte  Regenmenge  im  Juni  und  im  October.
Die  niederungarische  Ebene  zeigt  die  Eigenthnmlichkeit,  daß  der  Regenfnll  oom
Vorfrühling  gegen  den  Frühsommer  hin  rasch  steigt,  dann  aber  rasch  abnimmt,  so  daß
der  Sommer  selbst  und  der  Ausgang  des  Sommers  zur  Trockenheit  neigt.  Der  September
ist  (nach  Jänner  und  Februar)  der  trockenste  Monat.  Im  October,  namentlich  aber  im
November  steigt  die  Regenmenge  wieder  beträchtlich.  Diese  Regenvertheilung  aus  dieMonate
zusammen  mit  der  hohen  Sommerwürme  und  Lufttrockenheit  bewirken,  daß  bei  der  (als
Jahrcssumme)  nicht  unbeträchtlichen  Regenmenge  von  60  Centimeter  im  Mittel  Klagen
über  Sommerdürre  laut  werden.
Das  Gebiet  der  Adria  hat  eine  von  den  übrigen  Theilen  Österreich-Ungarns  sehr
verschiedene  Regenvertheilung  über  das  Jahr.  Schon  in  den  Südalpcn  wird,  wie  oben
bemerkt,  der  Sommer  relativ  regenärmer,  der  Herbst  dafür  regenreicher,  es  tritt  dies
Verhältniß  etwa  südlich  von  der  Draulinie  zuerst  deutlich  hervor.  In  Kram  herrschen
schon  die  September-  und  Octoberrcgcn,  noch  entschiedener  an  den  nördlichen  Küsten  der
Adria.  Zugleich  wird  auch  der  Winter  niederschlagsreichcr,  der  Juli  ziemlich  trocken,  ^m
mittleren  Dalmatien  fällt  der  meiste  Regen  im  November  (15  Percent  der  Jahresmenge),
der  Juli  ist  schon  sehr  trocken  (kaum  3  Percent  der  Jahresmcngc)  und  im  südlichsten
Thcile  der  Küste  ist  der  Juli  fast  regenlos  (1  Pcrcent),  wogegen  November  und  Deccmbcr
wahre  Regenmonate  sind  (32  Percent  der  Jahresmcngc).  Eine  zweite,  aber  geringe
Steigerung  des  Regenfalles  tritt  im  März  ein.
Das  Gebiet  der  östlichen  Adria  hat  also  ganz  abweichend  von  den  übrigen  Theilen
Österreich-Ungarns  einen  sehr  trockenen  Sommer  und  sehr  nassen  Herbst  (Negenmonate
October,  November,  im  Süden  auch  der  Dccember).  Im  Frühling  macht  sich  nur  eine
geringe  zweite  Steigerung  der  Regenmenge  bemerklich.  Man  hat  deßhalb,  nicht  ganz  mit
Recht,  dieses  Gebiet  das  Gebiet  der  Äquinoctialregen  genannt  —  es  hat  ausgeprägt  nur
Herbst-  und  Winterregen.
Sehr  bemerkenswerth  ist  noch  in  Bezug  auf  die  Verschiedenheiten  der  jährlichen
Regenvertheilung  in  Österreich-Ungarn  die  große  Trockenheit  des  Winters  auf  der  Südseite
der  Tiroler  Alpen  und  der  hohen  Tauern.
Umgekehrt  haben  die  Höhen  der  Mittelgebirge  (Böhmerwald,  Erzgebirge  rc.)  im
Gegensätze  zu  den  sie  umgebenden  Niederungen  eine  gleichmäßigere  Vertheilung  der  Niederschläge ­
  über  das  ganze  Jahr:  die  Sommcruiedcrschläge  nehmen  relativ  ab,  die  des
Winters  zu.  Der  Effect  ist  ein  sehr  schncereicher  Winter  mit  hoher  Schncelage,  welche
            
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