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angepaßte Pflanzengenossenschaften anftauchen und wo sich demnach auch ein Wechsel des
ganzen Landschaftsbildes vollzieht, ist als Grenze eines Florenreiches aufzufassen.
Das Herauslesen der Eigenthümlichkeiten und die Ermittlung der Grenzen der
Florenreiche ist eines der anziehendsten, aber auch schwierigsten Probleme der botanischen
Wissenschaft. Dort, wo ein terrassirtes Bergland mit steilen Gehängen zur Ebene oder
zur Meeresküste abfällt und wo die klimatischen Gegensätze deutlich hervortreten, sind die
Grenzen benachbarter Floren gewöhnlich mit Leichtigkeit sestzusteüen; in den Niederungen
aber und im Bereiche weiter Becken, die von sanft ansteigenden Höhenziigen umrandet
werden, in Gebieten, wo ein allmäliger Übergang des Klimas beobachtet wird, sowie an
Orten, wo in vergangenen Zeiten infolge wiederholter geologischer und klimatischer Ver
änderungen ein Wechsel und Austausch im Pflanzenbestande stattgefunden hat, erscheinen
die Genossenschaften benachbarter Floren vielfach verkettet und ineinandergeschlungen, und
nicht selten findet man vereinzelte Nachzügler oder Vorposten der einen Flora auch weithin
in die Pflanzengenossenschaften der Nachbarflora eingestrent. Es dürfen darum die Grenzen
dieser Florenreiche nicht mit politischen Grenzen verglichen und als scharfe Linien gedacht
werden; sie sind vielmehr Gürteln, Streifen und Bändern vergleichbar, welche sich zwischen
die benachbarten Floren einschieben und eine nach den örtlichen Verhältnissen sehr
wechselnde Breite besitzen. Mitunter erscheinen auch einzelne, mit scharf ausgeprägter Flora
bekleidete und gut zu umgrenzende Bezirke inmitten eines anderen Florenreiches eingeschaltet
und stellen sich dann als Inseln dar, welche zerstreut vor der Küste des Mutterlandes liegen.
Es soll nun in den nachfolgenden Zeilen der Versuch gemacht werden, die Pflanzen
welt Österreich-Ungarns von dem hier angedeuteten Standpunkte aus zu schildern und
die auf unserem vaterländischen Boden znsammentreffende mediterrane, politische,
baltische und alpine Flora nach ihren Eigenthümlichkeiten übersichtlich darzustellen.
Die mediterrane Aora.
ine eigenthümliche, ungemein artenreiche, in ihren Hauptzügen aber
sehr gleichmäßige Vegetation bekleidet die Landschaften am Rande des
weiten Beckens, welches von dem Tafellande Spaniens bis Anatolien
und vom Atlas bis zu den Alpen reicht. Das mittelländische Meer,
welches die tiefste Stelle dieses Beckens erfüllt und aus die klimatischen
Verhältnisse und die Vegetation dieser Küstengebiete den größten Einfluß nimmt, hat auch
der Pflanzendecke seinen Namen geliehen und es wird diese als die mittelländische oder-
mediterrane Flora bezeichnet. Nur der kleine Abschnitt dieses gürtelförmigen Floren
gebietes, welcher sich vom Südrande der östlichen Alpen über die untersten Stufen des