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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, Übersichtsband, 1. Abtheilung: Naturgeschichtlicher Theil

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Im Gegensätze zum Lorbeerwalde hat dieser immergrüne Laubwald nur wenig Schatten, 
ist auch von einem reichen Unterholz durchsetzt und nicht selten von Schling- und Kletter 
pflanzen, namentlich von der brennenden Waldrebe, dem Epheu, der wintergrünen 
Kletterrose und dem wintergrünen Geißblatte durchflochten. 
Von urwüchsigen! hochstämmigem Nadelholz tritt in der mediterranen Flora 
Österreich-Ungarns nur die Meerstrandsführe (Linus Iraiaponsis) bestandbildend 
auf, eine Kiefer, welche durch die rothborkigeu Stämme und die düunnadeligen Kronen 
ungemein malerisch wirkt, aber im Laufe der Zeit vielfach ausgerottet wurde und sich 
in kleinen Wäldchen fast nur noch auf der Halbinsel Lapad bei Ragusa und auf den 
Inseln Lesina, Lissa, Curzola, Lagosta, Meleda, Calamotta und Laeroma erhalten hat. Die 
älteren Wälder aus Meerstrandsföhren zeigen ein dichtes Unterholz aus dem immergrünen 
Schneeball, aus dem rothbeeogen und phönikischen Wachholder, aus Rosmarin und 
zahlreichen anderen immergrünen Stränchern. — Sehr charakteristisch für die mediterrane 
Flora sind auch die immergrünen Buschwälder, welche unter dem Volksnamen 
Machten bekannt sind. Immergrüne übermannshohe, vom Grunde ans vielverzweigte 
starre Sträncher schließen dicht zusammen und bilden auf einsamen Vorgebirgen und auf 
unbewohnten Inseln und Scoglien ein geradezu undurchdringliches Dickicht. Von dem 
Dutzend Arten, welche diese Machten vorwaltend zusammensetzen, herrscht bald die eine, 
bald die andere vor; hier ist es die baumförmige Haide, dort der Erdbeerbaum, an anderen 
Stellen wieder die Myrte, die Pistazie, die Steinlinde, stellenweise auch die schon genannten 
Wachholder, welche tonangebend auftreten und der Machte eine eigenthümliche Färbung 
geben. Streckenweise wird das Gesträuch des Spnrtinm juneouna so vorherrschend, daß 
die damit überwucherten Küstenstriche und Eilande zur Zeit, wann dieser Strauch mit 
seinen goldigen Blüten geschmückt ist, schon aus weiter Ferne durch ihre gelbe Farbe 
auffallen. Stechwinden umstricken mitunter das dichte Buschwerk und eine Unzahl niederer 
krautartiger Gewächse schmückt die freieren Plätze, welche in diese immergrünen Einöden 
eingeschaltet sind. Mitunter verbinden sich diese Bnschwälder mit den Gehölzen aus 
immergrünen Eichen oder ziehen sich wohl auch in die Bestände der Meerstrandsföhren 
als Unterholz hinein und wechseln dort ab mit den niederen Phryganagestrüppen, welche 
im Reichthum der Blüten mit den Machten wetteifern. — Weit seltener als die Machten 
und fast nur auf sonnigen, mit Felsblöcken besäeten Gehängen — wie zum Beispiele auf 
den vom Monte Baldo zum Gardasee abdachenden untersten Schutthalden — angesiedelt 
sind die Bnschwälder aus dem Judas bäum (Lorcis Aliciunstrwm), einem 
Schmetterlingsblütler, dessen gebüschelte, kurzgestielte Blumen jenen der rothen Akazie 
ähnlich, noch vor der Entwicklung der grünen runden Blätter aus den Knospen der 
schwarzen Zweige Hervorbrechen und von den Bienen gewöhnlich reichlich umschwärmt 
Übersichtsband. ^
	        
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