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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, Übersichtsband, 1. Abtheilung: Naturgeschichtlicher Theil

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entfalten im Waldkauze und der Waldahreule die größte Jndividuenmenge, dann folgt 
der leider (in Steiermark wenigstens) in steter Abnahme begriffene Steinkauz, der 
Rauchfuß, die Schleiereule (stellenweise relativ zahlreich), die niedliche Zwergeule und die 
an manchen Localitäten durchaus nicht seltene Zwergohreule. Überall, doch nirgends häufig, 
zurückgezogen in schwer zugängliches Terrain findet sich der Uhu ein und meistens im 
Spätherbste oder Winter, doch auch als Brutvogel im Hochgebirge nachgewieseu der in 
Galizien gemeine Uralskauz. Im Zuge gelangt wohl auch die Sumpfeule, selten nur die 
Sperbereule in unser Gebiet. 
Typische Gestalten für die Montan- und Alpenregiou bieten uns die rabenartigen 
Vögel in der seltenen Alpen- oder Steinkrähe (U^rrlloeorux Frueulus) in Tirol, Kärnten, 
Salzburg und in den Karpathen und der in Scharen unsere Gebirge und die Dalmatiens 
belebenden Alpendohle (U^rrllooornx nlpimrs); diesen schließt sich an der Tanneuheher 
(bincilrnAg, eai^oeutuelös), in unseren Alpen vorwiegend ein Bewohner der oberen 
Waldgrenze, mit Vorliebe der Zirbelkieferregion; zur Zeit der Haselnußreife erscheint er 
nicht selten zigeunerartig in größerer Zahl auch in der Ebene, ja selbst in der Donau 
niederung, am Drau-Eck wurde er beobachtet; in Galizien ist er übrigens gemein im 
Hügellande und in ungarischen Nadelholzbeständen soll er allerorts anzntreffen sein. Das 
übrige Krühenproletariat mit seinen nächsten Verwandten, den Elstern und den prächtig 
gefärbten Eichelhehern bleibt zurück in bescheideneren Höhen, um eine bisweilen lästige, 
aber keineswegs sehr charakteristische Bevölkerung der fruchtbaren Hochebene und des 
Tieflandes zu bilden. — Findet sich der „Fuchs" im Reiche der Vögel, unser stattlicher 
Kolkrabe, als relativ häufige Brutform in den herrlichen Niederungen der unteren 
ungarischen Donau, so treffen wir ihn in den gebirgigen Gegenden zwar weitverbreitet, 
doch fast überall selten, bisweilen aber in sehr beträchtlichen Höhen auf unnahbarem 
Felsengehüuge brütend. 
Den größten Reichthum an Arten und Individuen entfalten auch in der Ornis des 
Gebirges die sperlingsartigen Vögel; wie begreiflich, treten sie in der unteren Montan 
region mit ihren vielgestaltigen munteren Elementen in den Vordergrund, bietet ihnen 
hier ja doch der Wechsel verschiedenster Laub- und Nadelhölzer mit üppig grünendem 
Buschwerke eine reiche Menge von Früchten und Sämereien und die duftige bunte 
Blumenwelt mit einem Heere von kriechenden und fliegenden Jnsecten die Bedingungen 
zu gedeihlichster Entwicklung. Zu vielen bekannten Erscheinungen der Ebene und Hügel 
region aus dein lustigen Volke der Meisen und Klettermeisen, Zaunschlüpfer, Würger, 
Drosseln, Sänger, Bachstelzen, Lerchen, Finken* rc. gesellt sich so manche Art, die 
* Die gemeinen Finkenarten Zeisig, Stieglitz, Hänfling, Girlitz, Grünling überschreiten nicht dieBergregion; unser Haus 
sperling erreicht bei circa 1.500 Meter über dem Meere seine oberste Verbreitungsgrenze, nur selten geht er bis zu dieser hinauf.
	        
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