Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, Übersichtsband, 1. Abtheilung: Naturgeschichtlicher Theil

307

Besonders  anerkennenswerth  ist  die  Thätigkeit  der  königlich  ungarischen  Regie,nng,
welche  in  Erkenntlich  des  Umstandes,  daß  einige  Arten  des  Weinstockes  von  der  Reblaus
nicht  geschädigt  werden,  aus  Frankreich  und  Amerika  mehrere  Millionen  widerstandsfähiger ­
  amerikanischer  Reben  einführte,  dieselben  in  Rebschnlen  vermehrte  und  nun  billig
an  die  Producenten  abgibt;  in  der  westlichen  Reichshülfte  wurden  bis  188o  nn  Ganzen
gegen  2.000  Reben  eingeführt.  Bei  dem  rapiden  Umsichgreifen  der  Reblaus  würde  es
nicht  sehr  lange  dauern,  bis  der  ganze  Weinbau  Österreich-Ungarns,  der  auf  einer  Fläche
von  700.000  Hektar  jährlich  circa  10  Millionen  Hektoliter  Wein  erzeugt,  gänzlich  zu
Grunde  gerichtet  würde,  wenn  nicht  anders  im  oben  erwähnten  Sinne  durch  Anpflanzung
widerstandsfähiger  „Amerikaner"  der  Weiterverbreitung  dieses  Zerstörers  Einhalt
gethanwird.
Als  typische  „Steppenbewohner"  unter  den  Schnabelkerfen  sind  anzuführen:
Ocloutoseelis  äorsalis,  Or^loäontus  Neimccmrus  areriioola,  SMKcmera
obscmra,  tMmptotelus  liiwolatrm,  UmblsUim  Malus  und  Oolwioslellius  imnus;  die
eigenthümlichen  Arten  vertheilen  sich  vorwiegend  auf  Ungarn  und  Dalmatien,  ewige  auf
Niederösterreich,  Böhmen,  Steiermark,  Krain  und  Galizien.
Geradezu  eine  Geißel  der  Menschheit,  zum  Theil  auch  der  höheren  Thier,velt  sind  in
den  fonnedurchglühteu  Sumpfgegenden  der  südlichen  Länder  (namentlich  des  Donaugeknetes)
gewisse  Vertreter  aus  der  Ordnung  der  Zweiflügler:  die  „Stechschnaken"  (Gelsen)  und
„Kriebelmücken",  unter  den  letzteren  die  nicht  mit  Unrecht  sogar  gefürchtete  Kolnmbaczer
Mücke  (Siiuulia  eolumbao^salieusis),  die  bald  im  Frühjahre  (April,  Mai),  dann  im
August  oft  wolkenartig  auch  unsere  unteren  Stromniederungen  heimsucht  und  im  Hausthierstande
  großen  Schaden  verursacht,  bald  aber  nur  vereinzelt  auftritt.  Weniger
bedeuklich,  immerhin  fühlbar  genug,  ist  die  Thätigkeit  unserer  zahlreichen  Tabamden  oder
Bremsen,  ganz  abgesehen  von  den  übrigen  lästig  werdenden  Mitgliedern  dieser  4110«)  Arten
(22  eigenthümliche)  aufweisenden  Jnsectenordnung.  Als  charakteristisch  für  die  steppe  sind
indeß  nur  wenige  Arten  anzusehen,  darunter  Uaptiistia  sadulieola,  Stieliopo^on
Udokaseialris,  vas^poAoi,  äiaäoma,  NoeUtUariis  tlavipes.
Die  Schmetterlinge  nnd  Käfer  (mit  zusammen  10.950  Arten,  164  eigenthumlichen
  in  der  österreichisch-ungarischen  Monarchie)  besitzeil  auch  nur  wenige  typische
Steppenformen;  von  erstem,  kommen  eine  Gelblingart  Oolias  M-^otlwE  nnd  drei
^rotis-Arten  limbi-iola.  vestchmlis  und  tu^ax),  von  letzteren  e,n  Sandkäfer.
(Iwinäela  soluta,  eine  dem  gemeinen  Erdkäfer  nahe  verwandte  Art  Olaresis  Urivaläs^i,
zwei  Laubkäfer  4wox,a  orieutalis  iwä  xilosa  und  mehrere  zur  Familie  der  OauUwi-iäsu
  oder  Pflasterküfer  gehörige  N^Iabris-Arten  in  Betracht.  Man  fuhrt  auch  noch  die
^iiva1äs2^i  und  auf.

20*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.