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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, Übersichtsband, 1. Abtheilung: Naturgeschichtlicher Theil

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stürmische  Bora  setzen  hier  der  Schiffahrt  so  viele  Gefahren  und  Hindernisse  entgegen,
daß  unter  dem  Einflüsse  derselben  eine  Race  von  Seeleuten  entsteht,  wie  sie  besser  und
tüchtiger  in  keinem  Lande  der  Erde  zu  finden  ist.
II.  Die  Flüsse.
Die  europäische  Hauptwasserscheide,  das  heißt  die  Linie  der  Wassertheiler  zwischen
den  nördlichen  und  südlichen  Meeren  des  Weltthciles,  durchschncidet  die  Monarchie  derart,
daß  etwa  der  vierte  Theil  derselben  den  Gebieten  der  Nord-  und  der  Ostsee  und  drei
Viertheile  jenen  des  schwarzen  und  des  adriatischen  Meeres  zufallen.  Im  Gebiete  der
nördlichen  Meere  wird  alles  hier  entspringende  fließende  Gewässer  durch  den  Rhein  und
die  Elbe  der  Nordsee,  durch  die  Oder  und  die  Weichsel  der  Ostsee,  im  Gebiete  der  südlichen
Meere  durch  den  Dniester  und  die  Donau  dem  schwarzen,  durch  die  Etsch,  den  Po  und
durch  einige  Küstenflüsse  dem  Adria-Meere  zugeführt.  Die  Elbe,  die  Oder,  die  Weichsel,  der
Dniester  und  die  Etsch  entspringen  innerhalb  der  Monarchie  und  münden  außerhalb
derselben,  die  Donau  entspringt  und  mündet  in  der  Fremde,  der  Rhein  berührt  blos  die
Westgrenze  von  Vorarlberg  und  der  Po  greift  nur  mit  einem  kleinen  Theile  seines
Stromgebietes  über  die  Grenze  von  Tirol.
Wir  beginnen  die  Beschreibung  der  österreichisch-ungarischen  Stromsysteme,  der
Donau  wegen,  mit  dem  Gebiete  des  schwarzen  Meeres.
n.  Gebiet  des  schwarzen  Meeres.
Die  Donau,  nach  der  Wolga  der  größte  Strom  des  Welttheiles,  ist  der
Hauptstrom  Mitteleuropas.  Das  Flußgebiet  derselben  umfaßt  805.572  Quadratkilometer
oder  14.630  geographische  Quadratmeilen  und  ihre  nach  den  Krümmungen  gemessene
Längenentwicklung  2.990  Kilometer  oder  403  geographische  Meilen.  Aus  regen-,  schneeund
  gletscherreichen  Gegenden  stammend,  ist  ihre  Wassermenge  kaum  geringer  als  die
der  Wolga.
Die  Donau  ist  der  einzige  Strom  Mitteleuropas  mit  westöstlich  gerichtetem  Laufe,
wodurch  es  kommt,  daß  die  meisten  ihrer  Nebenflüsse  in  meridionaler  Richtung  fließen.
Sie  bildet  deßhalb  die  große  Wasserstraße  für  die  Verbindung  Österreich-Ungarns
und  Deutschlands  mit  dem  Orient  und  ist  in  dieser  Beziehung  der  Wolga  überlegen,
welche  den  Verkehr  Rußlands  mit  dem  mercantil  nur  wenig  fruchtbaren  Becken  des
kaspischen  Meeres  vermittelt.  Die  Donau  durchströmt  aber  auch  das  nach  ihr  benannte
DesM,  das  ist  die  große  Völker-  und  Heeresstraße,  die  aus  dem  ungarischen  Tieflande
nach  der  Mitte  und  dem  Westen  Europas  führt  und  deren  geschichtliche  Bedeutung
schon  in  Kürze  berührt  worden  ist.  Bei  der  großartigen  Entwicklung  ihres  Flußsystems
            
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