Jene eoneentrirte sich in den protestantischen Fürsten, welche das Restitutionsediet
sowie die Restanrationspolitik des Kaisers aufs äußerste bedrohte; diese ging von Baiern
ans. Hatte einst Wallenstein den Ausspruch gethan, daß er im Bunde mit Baiern Deutsch
land, ja ganz Europa Gesetze geben könne, so zeigte sich nun, was es bedeute, daß diese
Macht die hochfliegenden Pläne des Friedländers mit einem Male durchkreuzte. Schon lange
war dem Kurfürsten Maximilian gerade dieser Mann widerwärtig, in dem sich die Selb
ständigkeit der militärischen Rcichsgewalt im Gegensatz zu deren einstiger Abhängigkeit von
der Liga verkörperte. Es kam hinzu, daß der Kaiser dem Herzog von Friedland nicht nur
das Fürstenthum Sagau, sondern auch als verwirktes Reichslehen das Herzogthum
Mecklenburg übertrug, so daß sich die Confiscationen, wie sie in seinen Erblanden geübt
worden waren, nunmehr in großartigster Weise im Reiche forzusetzen schienen, sowie man
anderseits auch der Einquartierung der friedländischen Soldateska nicht nur in Feindes-,
sondern auch in Frcnndesland noch weitergehende Motive als den bloßen Zweck der Ver
pflegung unterschob und Wallenstein beschuldigte, daß er, gleichgiltig in religiösen Dingen,
wie er war, nicht nur den Sturz der Protestanten, sondern auch den Untergang der Liga
im Schilde führe. In dem Wunsche, Wallenstein vom Kommando zu entfernen, stimmten
mit Maximilian auch die Fürsten des Reiches überein. Die katholischen mißbilligten über
dies die auswärtige Politik des Kaisers, die protestantischen forderten die Zurücknahme des
Restitutionsedictes. Auch französische Gesandte nahmen theil „an der größten diplomatischen
Schlacht des Jahrhunderts", welche auf dem Convent zu Regensburg (1630) geschlagen
wurde und damit endete, daß der Kaiser, um nur die katholischeOpposition zu beschwichtigen,
auf deren Wünsche einging. Er gab die Pläne in Italien auf und entließ Wallenstein in
dem Augenblick, als sich den Evangelischen, die bisher ein Heer ohne Führer gewesen waren,
ein Feldherr ersten Ranges anbot.
Wohl hatte der Dänenkönig den Frieden zu Lübeck geschlossen; aber eben in den
Tagen, da das Restitutionsediet den furchtbarsten Brand entzündete und der Kaiser in
die Abdankung des Friedländers willigte, landete Gustav Adolf der Schwedenkönig aus
deutschem Boden. Hatten zuvor England und Holland den Dänenkönig gegen den Kaiser
ins Feld geführt, so war es jetzt Frankreich, das den Schwedenkönig durch Subsidien in
den Stand setzte, den Krieg wider den Kaiser zu eröffnen.
Die Protestanten begegneten anfangs den Schweden mit Mißtrauen. Erst als,
dadurch begünstigt, Tilly, nunmehr Befehlshaber der kaiserlichen und liguistischen Truppen,
Magdeburg im Sturm nahm, wobei die ganze Stadt ein Raub der Flammen wurde,
schlossen sich die Kurfürsten von Brandenburg und Sachsen an Gustav Adolf an, der hierauf
Tilly vor Leipzig bei Breitcnfeld entscheidend schlug (1631). In raschem Siegesläufe drang
nun der Schwedenkönig durch West- und Süddeutschland vor, erzwang den Übergang über