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Weniger entwickelt scheint die politische Organisation ver Alpenkelten gewesen zu
sein. Am häufigsten finden wir bei ihnen mehr oder minder lose mit einander verbundene
Gaugenossenschaften. Wenn diese letzteren auch mehrfach zur Bildung von Stammeskönigreichen
fortgeschritten sind, so weisen sie doch lange nicht die Festigkeit und Widerstandskraft
auf wie z. B. die Staaten der Dacier und sogar jene der Illyrier.
Jllyrische Schriftprobe aus Bronzeblech.
Eingekeilt zwischen das in rascher Expansion begriffene römische Reich und zwischen
die tapferen Scharen der Germanen, verloren die Kelten nach harten Kriegen im Laufe des
letzten Jahrhunderts v. Ehr. ihre herrschende Stellung und theilweise auch ihre Wohngebiete.
Die blutigen Kriege, welche Rom durch mehr als zwei Jahrhunderte ans der
Balkanhalbinsel führte, endigten mit einer Niederwerfung der Skordisker und einer
Vernichtung der illyrischen Kelten. Durch germanische Völker wurden dieselben in Südund
Mitteldeutschland, an der oberen und mittleren Donau, in Böhmen geschlagen,
zersprengt und unterjocht. 15 v. Ehr. werden Rhätien, Vindelicien und Noricum durch
Drusus und Tiberius dem römischen Reiche einverleibt.