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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, Übersichtsband, 2. Abtheilung: Geschichtlicher Theil

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Weniger  entwickelt  scheint  die  politische  Organisation  ver  Alpenkelten  gewesen  zu
sein.  Am  häufigsten  finden  wir  bei  ihnen  mehr  oder  minder  lose  mit  einander  verbundene
Gaugenossenschaften.  Wenn  diese  letzteren  auch  mehrfach  zur  Bildung  von  Stammeskönigreichen ­
  fortgeschritten  sind,  so  weisen  sie  doch  lange  nicht  die  Festigkeit  und  Widerstandskraft ­
  auf  wie  z.  B.  die  Staaten  der  Dacier  und  sogar  jene  der  Illyrier.

Jllyrische  Schriftprobe  aus  Bronzeblech.

Eingekeilt  zwischen  das  in  rascher  Expansion  begriffene  römische  Reich  und  zwischen
die  tapferen  Scharen  der  Germanen,  verloren  die  Kelten  nach  harten  Kriegen  im  Laufe  des
letzten  Jahrhunderts  v.  Ehr.  ihre  herrschende  Stellung  und  theilweise  auch  ihre  Wohngebiete. ­
  Die  blutigen  Kriege,  welche  Rom  durch  mehr  als  zwei  Jahrhunderte  ans  der
Balkanhalbinsel  führte,  endigten  mit  einer  Niederwerfung  der  Skordisker  und  einer
Vernichtung  der  illyrischen  Kelten.  Durch  germanische  Völker  wurden  dieselben  in  Südund
  Mitteldeutschland,  an  der  oberen  und  mittleren  Donau,  in  Böhmen  geschlagen,
zersprengt  und  unterjocht.  15  v.  Ehr.  werden  Rhätien,  Vindelicien  und  Noricum  durch
Drusus  und  Tiberius  dem  römischen  Reiche  einverleibt.
            
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